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Forschungsinstitut
im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

sowie die
Wirtschaftsministerien
der Bundesländer

Vortrag zur Fachkräftebindung im Handwerk

Im Rahmen der Sommersitzung des Berufsbildungsausschusses der Handwerkskammer Karlsruhe am 10. Juli 2017 berichtete Frau Dr. Haverkamp über die Ergebnisse des Projekts "Verbleib und Abwanderung aus dem Handwerk". Frau Dr. Haverkamp verdeutlichte, dass das Handwerk nach wie vor eine bedeutende Rolle als "Ausbilder der Nation" spielt und andere Wirtschaftsbereiche mit eigens qualifizierten Fachkräften versorgt. Sie betonte, dass insbesondere im Metall- und Elektrobereich die Mobilität der handwerklich qualifizierten Fachkräfte eine herausragende Rolle spielt: Überdurchschnittlich viele Handwerksgesellen mit diesem Qualifikationsspektrum sind später in der Industrie tätig. Da jedoch der Verlust von qualifizierten Fachkräften an andere Wirtschaftsbereiche die Fachkräfteversorgung des Handwerks gefährdet, diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen anschließend über die betrieblichen Handlungsoptionen.

Vortrag zur Digitalisierung im Handwerk

Im Rahmen eines Seminars des Ludwig-Fröhler-Instituts zum Thema "Digitalisierung im Handwerk" berichtete Frau Fredriksen am 22. Juni 2017 in der Handwerkskammer Koblenz über ein neues Erhebungsinstrument, das den Stand der Digitalisierung im Handwerk erfassen und fördern soll. Die Berater und Beraterinnen der Handwerkskammer erfuhren, wie man das Instrument nutzen kann, um den aktuellen Bedarf im Bereich Digitalisierung festzustellen und die Unternehmen im digitalen Wandel zu begleiten. Frau Fredriksen betonte die unterstützende und standardisierende Funktion des dafür entwickelten Fragebogens. Beratungen auf dessen Basis sind ab dem 1. Juli 2017 für alle Handwerksunternehmen möglich. Die Bedarfsanalyse ist im Rahmen des vom BMWi geförderten Projektes "Kompetenzzentrum digitales Handwerk" entwickelt worden.

 

Weitere Informationen finden Sie unter http://handwerkdigital.de.

Handwerkstypische Innovationsweise oder warum der DUI-Modus wichtig für das deutsche Innovationssystem ist

Innovationsfähigkeit im Handwerk beruht selten auf formalisierten Lernprozessen in eigenen FuE-Abteilungen, dagegen umso mehr auf praxisnahem "Learning by Doing, Using and Interacting (DUI)", das auf erfahrungsbasiertem Können gründet. ifh-Mitarbeiter Dr. Jörg Thomä untersucht in einem aktuellen Aufsatz die grundsätzliche Bedeutung, die der DUI-Modus im deutschen Innovationssystem hat. Das Papier erscheint in der renommierten Fachzeitschrift Research Policy.

Thomä, Jörg (2017): DUI mode learning and barriers to innovation—A case from Germany, in: Research Policy 46 (7), 2017, S. 1327-133, DOI 10.1016/j.respol.2017.06.004

Vortrag zur Alterssicherung im Handwerk

Der Handwerkstag Sachsen Anhalt führte am 1. Juni 2017 eine Fachtagung zum Thema "Altersvorsorge im Handwerk - Zeit zu handeln!" durch. Auf dieser Veranstaltung berichtete der Geschäftsführer des ifh Göttingen, Dr. Klaus Müller, über die Ergebnisse einer Umfrage zur Alterssicherung im Handwerk, die in Zusammenarbeit mit acht Handwerkskammern aus verschiedenen Teilen Deutschlands, so auch aus Sachsen-Anhalt, bei Handwerksbetrieben durchgeführt worden ist. An dieser Umfrage nahmen über 1.500 Betriebe teil. Dr. Müller zeigte auf, dass Alterssicherung im Handwerk insbesondere für kleinere Betriebe ein großes Problem darstellt. Viele Inhaber dürften im Ruhestand ihren Lebensstandard nicht halten können. Über eine Vorsorgepflicht für Selbstständige solle nachgedacht werden.

Die Präsentation von Herrn Dr. Müller finden Sie hier.

ifh Göttingen veröffentlicht Studie zur Energieeffizienz von Klein- und Kleinstbetrieben im Handwerk

Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden im Handwerk vor allem mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit umgesetzt. Die Unternehmen orientieren sich eher an Rentabilität und Amortisationsdauer statt an ökologischen Effekten. Einen differenzierten Blick auf den Umgang der Handwerksbetriebe mit dem Thema Energieeffizienz gibt jetzt eine Kurzstudie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh). Sie stützt sich auf eine gemeinsame Umfrage von sechs westdeutschen Handwerkskammern und zeichnet vor allem ein Stimmungsbild bei Kleinst- und Kleinbetrieben der "Wirtschaftsmacht von nebenan".

Wissenschaftliche Tagung der DHI-Institute in Göttingen

Am 15. und 16.05.2017 trafen sich in Göttingen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des D H I, um über ihre Forschungsaktivitäten und -ergebnisse zu diskutieren. An der internen Veranstaltung nahmen 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den fünf D H I-Instituten teil. Ziel des Treffens war es, die Kommunikation untereinander zu fördern, das gegenseitige Verständnis durch eine interdisziplinäre Sichtweise zu erhöhen, das wissenschaftliche Niveau des D H I zu heben sowie darauf aufbauend die Möglichkeiten weiterer gemeinsamer Projekte zu erweitern.

Aktualisierte und erweiterte Auflage der ifh Studie "Strukturanalyse SHK-Handwerk" erschienen

Das ifh Göttingen hatte vor zwei Jahren im Auftrag des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima eine Studie erstellt, die sich erstmals mit der besonderen Situation in den SHK-Handwerken beschäftigt. Die Studie basiert auf einer bisher noch nicht vorhandenen, einheitlichen Datenbasis für das gesamte SHK-Handwerk und ermöglicht zahlreiche fundierte Rückschlüsse über die vier Handwerkszweige Installateur und Heizungsbauer, Klempner, Ofen- und Luftheizungsbauer sowie Behälter- und Apparatebauer.

Nunmehr hat das ifh Göttingen diese Studie aktualisiert, wobei einige zusätzliche Untersuchungsparameter einbezogen werden konnten. Diese beziehen sich auf die Themen Fachkräftebedarf und Gesundheitssituation der Monteure im SHK-Handwerk. Die neue Studie belegt zudem, dass die Kurve der konjunkturellen Entwicklung im SHK-Innungshandwerk noch über der der gesamten deutschen Wirtschaft verläuft.

Fachvortrag des ifh Göttingen auf dem 47. HPI-Kontaktstudium

Das diesjährige HPI-Kontaktstudium, eine Tagung der leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gewerbeförderung und der Berufsbildungs- und Technologiezentren der Handwerkskammern und der handwerklichen Fachverbände, fand vom 9. bis 11. Mai 2017 in Bielefeld statt. Auf Einladung der Veranstalter referierte Dr. Müller am dritten Tagungstag zum Thema "Nichts bleibt so, wie es war - veränderte Strukturen im Handwerk". Dabei ging er insbesondere auf die zunehmende Polarisierung des handwerklichen Betriebsbestandes ein.

Die Präsentation kann hier heruntergeladen werden.

ifh Göttingen begleitet Projekt zum Thema Digitalisierung im Handwerk

Die Handwerkskammer Erfurt führt aktuell ein Projekt zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse des Handwerks durch. In diesem Zusammenhang wurde das ifh Göttingen von der Kammer beauftragt, die quantitative Erhebung im Projekt wissenschaftlich zu begleiten. Das Projekt wird durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft gefördert. Die Projektbearbeitung seitens des ifh Göttingen liegt bei Dr. Jörg Thomä.

Drittmittelprojekt zum ehrenamtlichen Engagement im Handwerk

Das ifh Göttingen wurde vom Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) mit der Konzeption und Auswertung einer empirischen Studie zum ehrenamtlichen Engagement der Arbeitgeber im nordrhein-westfälischen Handwerk beauftragt. Das Projekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und läuft bis Ende 2017. Die Projektbearbeitung seitens des ifh Göttingen liegt bei Dr. Jörg Thomä.

Erhöhte Einwanderung kann zu einer geringeren Nachfrage nach staatlicher Umverteilung führen

Eine Studie von Dr. Runst untersucht, wie sich politische Meinungen ändern, wenn man Menschen die Migration von Ausländern nach Deutschland durch Texte und Bilder ins Bewusstsein ruft. Bei Probanden, die über einen hohen Bildungsabschluss verfügen, führt dieses sogenannte Priming zum Wunsch nach weniger staatlicher Umverteilung, während es bei Probanden mit niedrigen Bildungsabschlüssen höhere Umverteilungswünsche auslöst. Wenn, wie in einigen Studien gezeigt wurde, der Gesetzgeber stärker auf Wähler mit höheren Bildungsabschlüssen reagiert, kann eine erhöhte Immigration also zu geringerer staatlicher Umverteilung führen.

Runst, Petrik (2017): Does Immigration Affect Demand for Redistribution? - An Experimental Design. In: German Economic Review, first published: 4. April 2017, S. 1-18

Neue wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifh Göttingen

Seit dem 16.03.2017 ist Anita Thonipara als neue Mitarbeiterin am ifh Göttingen tätig. Frau Thonipara studierte Ökonomie und Politik im Bachelor und "Development Economics and International Studies" im Master an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie gewann erste praktische Erfahrungen in kleinen und mittelständischen Unternehmen während einer Feldforschung zu ihrer Masterarbeit in der Luft- und Raumfahrtindustrie in Mexiko. Am ifh Göttingen wird sie an dem Projekt "Alterssicherung im Handwerk" mitarbeiten und zugleich an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen promovieren.

ifh Göttingen auf dem 5. Schweizer Kongress zur Berufsbildungsforschung

Zu der Frage, welche Einkommen die aus dem Handwerk abgewanderten Fachkräfte im Vergleich zu den im Handwerk Verbliebenen erzielen, referierte ifh-Mitarbeiterin Dr. Katarzyna Haverkamp auf dem 5. Schweizer Kongress zur Berufsbildungsforschung. Die englischsprachige Tagung wird alle zwei Jahre vom Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung veranstaltet und fand in diesem Jahr vom 14. bis zum 16. März 2016 am Standort Bern / Zollikofen statt. Der Vortrag der ifh-Mitarbeiterin trug den Titel: "Wage effects of apprenticeship training: A mover-stayer differential in crafts occupations".

Strukturiertes Berichtssystem schärft den Blick auf die Herausforderungen

Handwerkskammern können ihre Mitgliedsbetriebe besonders dann sinnvoll unterstützen, wenn sie über aktuelle Problemstellungen in ihrer Region Bescheid wissen. Bei der latenten Umfragemüdigkeit vieler Unternehmen bietet sich an, die relevanten Betriebe im direkten Kontakt vom Sinn regelmäßiger Befragungen zu überzeugen. Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) und das Ludwig-Fröhler-Institut (LFI), München, zwei Forschungseinrichtungen des Deutschen Handwerksinstituts, haben nun die Handwerkskammer Erfurt bei der Errichtung eines fortlaufenden Berichtssystems unterstützt. Im Abschlussbericht zum Projekt hat das Wissenschaftler-Team eine Reihe von methodischen und inhaltlichen Besonderheiten einer jährlichen Panel-Umfrage herausgestellt.

Tätigkeitsbericht 2016 informiert über Praxisrelevanz der Göttinger Forschungsprojekte

Tätigkeitsbericht 2016

Braucht der Friseurbetrieb um die Ecke, die Möbeltischlerei im örtlichen Gewerbegebiet oder der Uhrmacher in der Fußgängerzone wirtschaftswissenschaftliche Expertise? Sogar die Inhaber solcher Handwerksbetriebe würden diese Frage wohl eher verneinen. Dennoch hätte ihre geschäftliche Entwicklung der letzten Jahre womöglich eine andere Wendung genommen, wenn nicht das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) mit unterschiedlichsten Studien Fragestellungen rund um „die Wirtschaftsmacht von nebenan“ (Handwerksslogan) aufgelöst hätte. Der ifh-Tätigkeitsbericht 2016, der jetzt erschienen ist, gibt über die Praxisrelevanz der Göttinger Forschungsprojekte offen Auskunft.

Der Mittelstand zwischen Tradition und Erneuerung

Unter diesem Schwerpunktthema hat das Fünfte Forum Mittelstandsforschung am 20. und 21. Februar 2017 an der Wirtschaftsuniversität Wien stattgefunden. Auf der Konferenz kamen Personen aus Forschung und Lehre mit dem Interessensgebiet der betriebs- und volkswirtschaftlichen Mittelstandsforschung zusammen. Seitens des ifh Göttingen nahm Dr. Jörg Thomä teil. Er hielt einen Vortrag zum Thema "Erfahrungswissen und Innovationsfähigkeit von KMU".

Deregulierung nach EU-Kriterien geht zu Lasten der Verbraucher

Ist der Meisterbrief als Voraussetzung für die selbstständige Berufsausübung einer Vielzahl deutscher Handwerksberufe eine unzulässige Einschränkung des freien Marktzugangs innerhalb der EU? Diese Frage beschäftigt Bundesregierung und Handwerksverbände intensiv. Die EU-Kommission möchte den sogenannten Meistervorbehalt abschaffen, das deutsche Handwerk fürchtet um die Qualität seiner Dienstleistungen und Produkte.

Mit einer Ausbildung im Handwerk kann Flüchtlingsintegration gelingen

Flüchtlinge haben in Deutschland durchaus das Potenzial, sich durch eine handwerkliche Ausbil­dung nachhaltig in Arbeitsmarkt und Gesellschaft einzugliedern. Das belegt die Auswertung eines Integrationsprojekts, das gemeinsam vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusam­menarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) im Jahr 2015 durchgeführt wurde.

Seine wissenschaftliche Begutachtung, die jetzt vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) abgeschlossen wurde, kommt zu dem Schluss: Die Strukturen des Handwerks mit seinen gut ausgestatteten Bildungszentren und den kompe­tenten und bestens vernetzten Organisationen sowie der intensiven Begleitung der Lehrlinge durch die betrieblichen Ausbilder bieten gute Voraussetzungen zum Erreichen eines Lehr­abschlusses.

Projekt "Dialog und Perspektive Handwerk 2025" abgeschlossen

Auf einer Abschlussveranstaltung wurde das vom itb Karlsruhe und ifh Göttingen gemeinsam durchgeführte Projekt nunmehr der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein zentraler Baustein dieses Projektes war der Dialogprozess mit Handwerksunternehmen und relevanten Akteuren der Handwerksorganisationen in zehn regionalen Veranstaltungen bei den Handwerkskammern und Fachverbänden. Dabei wurden handwerksrelevante Trends diskutiert und Handlungsfelder für Betriebe, Handwerksorganisationen und Politik erarbeitet. Auf der Abschlussveranstaltung ließen sich Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold am 30. Januar 2017 in Stuttgart nicht nehmen, die Ergebnisse mit den verschiedenen Akteuren des Projekts zu diskutieren.

Hohe regionalpolitische Bedeutung des Handwerks

Auf der wirtschaftspolitischen Agenda steht aktuell die Frage, wie die nationale Regionalpolitik nach dem Auslaufen des Solidarpakts II nach 2019 gestaltet werden sollte. Nun wird diskutiert, wie strukturschwache Regionen ab 2020 deutschlandweit regionalpolitisch gefördert werden können. Gerade das Handwerk leistet einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in solchen Regionen und sollte zukünftig in der Regionalförderung stärker berücksichtigt werden. In der aktuellen Dezemberausgabe des Wirtschaftsdienstes ist hierzu ein Beitrag von ifh-Mitarbeiter Dr. Jörg Thomä erschienen.

Thomä, Jörg (2016): Handwerksunternehmen im Fokus der Regionalförderung? In: Wirtschaftsdienst - Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, 96 (12), 2016, S. 916-920

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