Sprachen

Forschungsinstitut
im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

sowie die
Wirtschaftsministerien
der Bundesländer

Handwerksforschung in einem Band

Aktuelle Forschungen zum Handwerk, seiner Geschichte und seinen Berufen stehen im Mittelpunkt eines jüngst erschienenen, vom LWL-Freilichtmuseum Hagen herausgegebenen Tagungsbandes. In 18 Beiträgen dokumentiert der Band eine Tagung, die im Juni 2015 Universitäts-, Museums- und Archivwissenschaftler sowie Vertreter der Handwerksorganisationen versammelte. Das ifh Göttingen ist mit einem Beitrag von Dr. Katarzyna Haverkamp und Katharina Dundler vertreten, in dem die Autorinnen die Frauen- und Männerdomänen im Handwerk und ihre Veränderung im Zeitablauf untersuchen.

 

Informationen zum Tagungsband:

LWL-Freilichtmuseum Hagen (Hrsg.): Fokus Handwerk. Aktuelle Perspektiven einer interdisziplinären Handwerksforschung. Beiträge des Workshops im LWL-Freilichtmuseum Hagen vom 10. bis 11. Juni 2015 (= Forschungsbeiträge zu Handwerk, Band 31). Hagen 2016. 252 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen und Grafiken.

Berufliche Weiterbildung kann Abwanderungstendenz verringern

Auszubildende und neue Mitarbeiter zu gewinnen, stellt das gesamte Handwerk vor enorme Herausforderungen. Ebenso bereitet seit Jahren die Fluktuation der im Handwerk ausgebildeten Nachwuchskräfte Sorge. Wer indes Abwanderungstendenzen von Mitarbeitern ursächlich auf eine zu geringe Entlohnung im Handwerk zurückführt, stellt damit nur einen Teilaspekt dar. Eine jetzt erschienene Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) über die Arbeitsmarktmobilität von handwerklichen Nachwuchskräften weist einige Gründe mehr nach. Zum Teil reichen sie sogar schon rund zehn Jahre zurück. Ferner haben sich in der Personalführung der meist kleinbetrieblich strukturierten Handwerksunternehmen über Jahre Defizite aufgebaut. Ein Übriges tut drittens der generelle Wandel der Wirtschaft hin zu mehr Dienstleistungsangeboten.

Mit Meisterbrief auch im Internet erfolgreicher als ohne

Das Handwerk erhält aus unerwarteter Richtung Unterstützung für seinen Meisterbrief: Auf "MyHammer", einer Internet-Plattform für die Vergabe bzw. Vermittlung von handwerklichen Dienstleistungen, haben Meisterbetriebe mehr Erfolg als Nicht-Meisterbetriebe. Sie erzielen eine höhere Kundenzufriedenheit, und sie verbleiben außerdem länger auf der Plattform als ihre geringer qualifizierten Wettbewerber. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh), in der Betriebe beschrieben werden, die - den technologiebedingten Veränderungen folgend - die digitalisierte Auftragsakquise im Internet nutzen.

Innovationshemmnisse in KMU - vielfältige Hemmnisse sprechen für eine breit aufgestellte Förderpolitik

Vielfältige Hemmnisse bremsen die Innovationstätigkeit von KMU. Eine Untersuchung, die das ifh Göttingen zusammen mit der KfW Research durchgeführt hat, beleuchtet dieses Thema näher. Finanzierungsschwierigkeiten konzentrieren sich demnach auf kleine und junge Unternehmen. Bürokratische Hemmnisse belasten vor allem Unternehmen des Baugewerbes. Organisatorische und personelle Probleme in Kombination mit Finanzierungsschwierigkeiten treten in erster Linie in "Low-Tech"-Branchen und bei Handwerksunternehmen auf. Diese Befunde sprechen dafür, dass auch die Innovationsförderung breit aufgestellt sein sollte und sowohl finanzielle wie nicht-finanzielle Unterstützung bereithalten muss.

Link zur Publikation

Umdenken in der energetischen Gebäudesanierung

Energieeffiziente Gebäude sind ein grundlegender Baustein der deutschen Energiewende. Doch bereits heute zeigt sich: Die ehrgeizigen Sanierungsziele der Bundesregierung sind kaum noch zu erreichen. Zu diesem Schluss kommt das von der Schwäbisch Hall Stiftung geförderte Gutachten, welches das ifh Göttingen in Kooperation mit dem IW-Köln jüngst veröffentlichte. Die Autoren erläutern, dass Deutschland bisher in hohe und preisintensive Standards wie das Passivhaus investiert hat, statt zunächst in der Breite zu sanieren, um den Energiebedarf langfristig zu senken.

Link zur Publikation

Kurzstudie über Frauen als Inhaberinnen im Handwerk

Die Kurzstudie, die im Auftrag der Handwerkskammer Düsseldorf erstellt worden ist, untersucht die Rolle von Frauen als Inhaberinnen im Handwerk. Zwar hat sich in den letzten Jahren der Frauenanteil im Handwerk etwas erhöht, so dass derzeit etwa jeder vierte Handwerksbetrieb von einer Frau geleitet wird. Allerdings ist dieser Anteil immer noch niedriger als in der Gesamtwirtschaft. Der Grund liegt primär darin, dass Frauen eher in Dienstleistungsbranchen gründen, die im Handwerk unterrepräsentiert sind. Darüber hinaus stehen Frauen eher kleineren Betrieben vor und üben ihre Selbstständigkeit häufig in Teilzeit oder im Nebenerwerb aus. So können Beruf und Familie einerseits besser miteinander vereinbart werden; andererseits fällt das Einkommen geringer aus.

ifh Göttingen mit Projekt über Hamburger Handwerk beauftragt

Das ifh Göttingen hat eine Ausschreibung der Wirtschaftsbehörde Hamburg und der Handwerkskammer Hamburg für das Projekt "Situations- und Potenzialanalyse Handwerk in Hamburg" gewonnen. Projektpartner ist CIMA Institut für Regionalwirtschaft am Standort Hannover. In dem Projekt sollen einerseits die Stärken und Schwächen und andererseits die Chancen und Potenziale des Hamburger Handwerks angesichts der sich ändernden Rahmenbedingungen analysiert sowie eine Potenzialanalyse mit Szenarien und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden. Das Projekt läuft vom 01.06.2016 bis zum 31.07.2017.

ifh-Mitarbeiter diskutiert in der Fachzeitschrift "Wirtschaftsdienst" die Ausgestaltung der deutschen Klimapolitik

In der Maiausgabe der Fachzeitschrift „Wirtschaftsdienst“ (Heft 5, S. 340-343) beschäftigt sich Dr. Petrik Runst, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ifh Göttingen, mit der Frage, welche wirtschaftspolitische Strategie geeignet ist, die CO2-Emissionen zu vermeiden. Der Gesetzgeber in Deutschland schreibt häufig direkte, ganz konkrete Eingriffe vor. Im Bereich der energetischen Gebäudesanierung wird im Detail festgelegt, wo und wie eingespart werden soll. Es liegt auf der Hand, dass mit so engen Vorgaben eine effiziente Lösung häufig nicht erzielt werden kann. Dr. Runst plädiert für ein Umdenken in der deutschen Klimapolitik.

Link zur Publikation

Prof. Bizer in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen

Der Direktor des ifh Göttingen, Professor Dr. Kilian Bizer, ist in die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen aufgenommen worden. Dabei handelt es sich um eine traditionsreiche Gelehrtengesellschaft und eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die rund 400 herausragende Wissenschaftler über Fach- und Ländergrenzen hinweg vereint. Sie ist die größte außeruniversitäre Einrichtung Niedersachsens auf dem Gebiet der geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung.

Zwei ifh-Beträge im Sammelband über Handwerk in Brandenburg

Das Kulturland Brandenburg steht in diesem Jahr unter dem Thema "Handwerk zwischen gestern und übermorgen". Aus diesem Anlass hat die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH eine Publikation herausgegeben, zu der auch zwei Mitarbeiter des ifh Göttingen Beiträge erstellt haben. Jörg Thomä beschäftigt sich zusammen mit Dorothee Hemme über die Rolle des Handwerks im 21. Jahrhundert, wobei der Bogen zwischen Weltkulturerbe und Wirtschaftskraft gespannt wird. Klaus Müller zeigt in seinem Beitrag die Bedeutung des Handwerks als Wirtschaftsfaktor auf und zeichnet die Entwicklung in den letzten 25 Jahren nach.

Studie zu Energiekosten, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Handwerk

Handwerksunternehmen nutzen ihr Potenzial für Energieeinsparungen nur selten. Energieeinsparungen werden meist dann realisiert, wenn die Maßnahmen mit einer Kostenersparnis verbunden sind beziehungsweise sich relativ leicht umsetzen lassen. Diese Erkenntnisse filtert jetzt eine Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) aus einer großen Energieumfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) heraus, die der ZDH im Jahr 2012 bundesweit bei 5.300 Handwerksunternehmen erhoben hat.

Die betrieblichen Energiekosten innerhalb einer Branche haben nur geringen Einfluss auf Effizienzmaßnahmen. Die Studie schließt daraus, dass sehr ineffiziente Unternehmen vermutlich schon dem Wettbewerbsdruck gewichen, d.h. aus dem Markt ausgeschieden sind und weitere Einsparpotentiale nicht mehr betriebswirtschaftlich rentabel umsetzbar wären.

Auswirkungen der Handwerksnovelle 2004

In dem neuesten Working Paper untersuchen Wissenschaftler des ifh Göttingen die Auswirkungen der Reform der Handwerksordnung aus dem Jahr 2004. Diese Untersuchung ist deshalb von aktueller Relevanz, weil auf europäischer Ebene breit über die Regulierung von Berufen diskutiert wird. Im Ergebnis zeigt die Studie, dass sich die großen Hoffnungen der damaligen Befürworter der Reform nicht erfüllt haben. Weder ist es zu einer Beschäftigtenexpansion im Handwerk gekommen, noch können Impulse für Ausbildungsplätze beobachtet werden.

Projekt Handwerk 2025 startet in Stuttgart mit erstem Workshop

Mit dem Thema "Internationalisierung" startete am 6. April 2016 das landesweite Projekt "Dialog und Perspektive Handwerk 2025" bei der Handwerkskammer Region Stuttgart. 20 Unternehmer diskutierten mit Wissenschaftlern und Vertretern des baden-württembergischen Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft über zukünftige Voraussetzungen und Hürden beim Auslandsgeschäft sowie die Mobilität von Auszubildenden und Fachkräften.

Als zentrale Stellgrößen einer zukünftigen Internationalisierung im Handwerk identifizierten die Handwerksunternehmer vor allem die finanziellen und personellen Kapazitäten im Betrieb, verkürzte Produktions- und Lieferzyklen sowie die Preissensibilität ausländischer Kunden. Das Prädikat "Made in Germany" zeichne sich jedoch weiterhin als zukunftsfähiger Qualitätsstandard ab.

Energie-Effizienz in Handwerksunternehmen - Gibt es Verbesserungspotenziale?

Im Durchschnitt haben Handwerksunternehmen niedrige Energiekosten. Aber führen Unternehmen, welche höhere Energiekosten aufweisen, auch häufiger Effizienzmaßnahmen durch? Die Ergebnisse eines neuen Working Papers des ifh Göttingen zeigen, dass ein höherer Energiekostenanteil, aber auch höhere Energiekosten pro Mitarbeiter keinen Einfluss auf die Durchführung von Effizienzmaßnahmen haben. Ein Grund für dieses Ergebnis könnte die Konkurrenz der Unternehmen untereinander sein. Wenn ein Unternehmen ineffizient arbeitet, wird es sich langfristig nicht am Markt behaupten können. Außerdem zeigt die Analyse, dass Effizienzberatungen, je nach Sektor, sehr unterschiedliche Wirkungen auf die Durchführung von Effizienzmaßnahmen haben. Es sollte also genauer geprüft werden, warum Beratungen in einigen Bereichen weniger gut funktionieren.

Verspricht ein Meistertitel höhere Qualität bei Handwerksleistungen?

Das ifh Göttingen hat unter dem Titel "Masterful Meisters - Quality Effects of the Deregulation of the German Craft Sector" ein neues Working Paper veröffentlicht. Die Studie untersucht anhand von Daten der digitalen Plattform "MyHammer", ob Meisterbetriebe Handwerksleistungen mit einer höheren Qualität liefern als Nicht-Meisterbetriebe. Als wichtigstes Ergebnis zeigt die Studie, dass der Meistertitel einen positiven und signifikanten Effekt auf Kundenbewertungen sowie auf die Überlebensdauer einer Handwerksfirma auf der Online-Plattform hat.

Internationale wissenschaftliche Debatte zu den Auswirkungen der Deregulierung im deutschen Handwerk

In ihrem neuen Working Paper zeigen die Wissenschaftler des ifh Göttingen, dass die Überlebensrate von neugegründeten Unternehmen nach der Deregulierung der Handwerksordnung im Jahre 2004 gefallen ist. Ein wichtiger Grund für die gesunkenen Überlebensraten ist das gesunkene Ausbildungsniveau der Betriebsinhaber. Damit widersprechen die Wissenschaftler des ifh Göttingen einer Studie von Rostam-Afschar (2014), in der keine Hinweise auf verringerte Überlebenswahrscheinlichkeiten von zulassungsfreien Handwerksbetrieben gefunden wurden. Der Unterschied könnte dadurch zustande gekommen sein, dass der von Rostam-Afschar (2014) verwendete Datensatz sehr wahrscheinlich eine große Anzahl von Nicht-Handwerkern enthält, die von der Analyse ausgeschlossen werden müssen, damit kein verfälschtes Ergebnis entsteht.

Das ifh Göttingen stellt Kammervertretern aktuelle Forschungsergebnisse vor

Am 16. Februar 2016 ist der mitteldeutsche Gewerbe- und Innovationsförderausschuss in Leipzig zusammengetroffen. Vor den Vertretern einer Reihe von Handwerkskammern sprach Dr. Jörg Thomä auf dieser Sitzung über Innovationshemmnisse in Handwerksunternehmen. Sein Vortrag trug den Titel: "Innovationshemmnisse in KMU – Untersuchungsergebnisse aus Handwerkssicht".

Expertise des ifh Göttingen zur Soloselbstständigkeit gefragt

Mehrere Zeitschriften bzw. Zeitungen (zum Beispiel Spiegel-Online, Focus, DIE WELT) haben in der Woche vom 10. bis 16. Februar 2016 den Geschäftsführer des ifh Göttingen, Dr. Klaus Müller, mit einigen Aussagen zur Bedeutung der Soloselbstständigkeit im Handwerk zitiert. Dabei wies Dr. Müller auf den Anstieg der Soloselbstständigkeit aufgrund der Handwerksnovellierung von 2004, der EU-Osterweiterung und der Möglichkeiten der neuen Kommunikationstechnologien "Mein Tablet ist mein Büro" hin. Dabei erwähnte er neben den Vorteilen, die der Verbraucher durch die meist günstigeren Stundenverrechnungssätze von Soloselbstständigen hat, auch mögliche Probleme, die vor allem bei der Gewährleistung liegen, denn viele Ein-Personen-Betriebe verschwinden bald wieder vom Markt. Durch die neue SoKa-Bau-Umlage zur Ausbildung in Höhe von 900 € könnte die Zahl der Marktaustritte im Kleinstunternehmerbereich noch steigen.

ifh Göttingen analysiert zusammen mit dem itb Karlsruhe Perspektiven für das Handwerk in Baden-Württemberg

Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche und die damit verbundene Vernetzung von Geschäftsprozessen hin zum "Internet der Dinge" werden innerhalb weniger Jahre einen Großteil der heutigen Wertschöpfungsprozesse radikal verändern. Gleichzeitig sind die ersten Auswirkungen des demographischen Wandels in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Fachkräftesicherung gehört mittlerweile zu einem der drängendsten Probleme im Handwerk. Klimawandel und Energiewende gelten als weitere wichtige Treiber für zu erwartende umfassende wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen.

Der ifh-Tätigkeitsbericht 2015 bietet umfassenden Einblick in das Kompetenzzentrum für volkswirtschaftliche Fragestellungen im Mittelstand

Tätigkeitsbericht 2015

Auch wenn das Handwerk auf den ersten Blick eine langfristige Kontinuität aufweist, unterliegt es bis heute stetig strukturellen Entwicklungen, die dank wirtschaftswissenschaftlicher Forschung zeitnah offenkundig werden. So werden z.B. die Auswirkungen der Novelle der Handwerksordnung (HwO) 2004 deutlich, die für viele Handwerke die Zulassungspflicht aufgehoben hat. Lassen sich aus dieser in Deutschland geltenden Veränderung Rückschlüsse für die Transparenzinitiative ableiten, mit der die EU-Kommission den Berufszugang europaweit vereinfachen möchte? Oder: Wie steht es beispielsweise mit den Folgen der Energiewende für das Handwerk, etwa in Bezug auf Energie-effizienz? Wie modern ist überhaupt Handwerk heutzutage, wie steht es um Innovationen, Forschung und Entwicklung?