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Forschungsinstitut
im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

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Geschäftsführer des ifh Göttingen geht in den Ruhestand

Fast ein ganzes Berufsleben lang hat Dr. Klaus Müller die Handwerkswirtschaft erforscht, jetzt tritt er nach 40 Jahren Mitarbeit im ifh Göttingen in den Ruhestand. Wie kaum ein Zweiter hat Klaus Müller über die letzten Jahrzehnte hinweg die deutsche Handwerksforschung geprägt. Das 65. ifh-Gründungsjubiläum nahm Institutsdirektor Prof. Dr. Kilian Bizer daher zum Anlass, um am 16. Februar 2018 diese berufliche Leistung im feierlichen Rahmen zu würdigen und Dr. Klaus Müller im Beisein vieler seiner beruflichen Wegbegleiter in den Ruhestand zu verabschieden. An der Verabschiedungsfeier nahm eine Vielzahl beruflicher Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter teil.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Abitur hatte Müller 1971 ein Betriebswirtschaftsstudium begonnen, sattelte aber alsbald auf Volkswirtschaft um und schloss seine Studien in Göttingen und Würzburg 1977 als Diplom-Volkswirt ab. Im Jahr darauf trat er als junger Wissenschaftler in das damalige "Seminar für Handwerkswesen" ein und begleitete seither die Entwicklung des deutschen Handwerks mit einer Vielzahl von Studien.

Wirtschafts- und Konjunkturbeobachtung im Handwerk war ein früher Aufgabenschwerpunkt. Mit dem Wandel der Zielgruppe veränderten sich auch die Analyseschwerpunkte. Seine Dissertation, mit der er 1985 in Göttingen promovierte, schrieb Müller über "Die Messepolitik im Marketing handwerklicher Zulieferer". Weitere Forschungsschwerpunkte seit den 90er Jahren waren die Internationalisierung des eher binnenmarkt-orientierten Handwerks, die Auswirkungen des europäischen Binnenmarktes auf das Handwerk oder die Exporttätigkeit von Handwerksunternehmen. Großen Nachhall fanden Studien zum „Handwerk in der Kultur- und Kreativwirtschaft“ und zur Veränderung der Identität des Handwerks. In jüngerer Zeit untersuchte Müller mit mehreren Studien die Auswirkungen der Novelle der Handwerksordnung 2004, die den Meistervorbehalt lockerte und die angestammte Berufe-Agenda in zulassungspflichtige und zulassungsfreie Handwerke unterteilte. Dabei zeigte er auch die Zunahme der Soloselbständigkeit auf und zunehmende Probleme bei der Altersversorgung von selbstständigen Handwerkern.

Zur Halbzeit der 20-jährigen Ära der SfH-Direktoren Prof. König und Prof. Kucera übernahm Müller 1995 die Geschäftsführung des Instituts. Unter seiner Ägide konnte das Personaltableau um neue Stellen erweitert werden, so dass jetzt sechs feste Angestellte, vier Doktoranden/innen und drei studentische Hilfskräfte zum ifh-Team gehören. Über die Nachfolge Müllers auf der Geschäftsführer-Position wird in Kürze nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens entschieden.