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im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

sowie die
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der Bundesländer

ifh Göttingen zeigt in neuer Studie, dass die Handwerkswirtschaft viel unausgeschöpftes Potenzial für Frauen bietet

In der Studie Bd. 97 "Frauen im Handwerk. Status Quo und Herausforderungen" zeigt das ifh Göttingen zentrale Handlungsfelder für ein verändertes Genderprofil auf

Frauen sind im Handwerk keine Exoten, jedoch nach wie vor unterrepräsentiert. Schulabsolventinnen suchen eher nach einem Ausbildungsplatz im Dienstleistungssektor als im gewerblich-technisch ausgerichteten Handwerk. Wenn der Ausbildungsberuf doch im Handwerk angestrebt wird, fällt die Wahl häufig auf frauendominierte Berufe wie Friseur/-in, Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk oder Bürokaufmann/-frau. Aber auch vier männerdominierte Berufe finden bei jungen Frauen eine relativ hohe Akzeptanz: Kfz-Mechatroniker/-in, Tischler/-in, Maler/-in und Lackierer/-in sowie Bäcker/-in.

Überdies verbessert sich die Qualifikation der Schulabsol­ventinnen mit Interesse an einer dualen Ausbildung signifikant vom Hauptschulabschluss zur (Fach-)Hochschulreife, so dass die Handwerksbetriebe gut beraten wären, ein attraktives Lehrstellenangebot für höherqualifizierte Frauen bereitzustellen. Diese und weitere Ergebnisse sowie Handlungsempfehlungen zum Genderprofil des Handwerks hat eine Forschungsgruppe des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) zusammengetragen.

Mit ihrer Analyse zum Thema Handwerk und Frauen hat das ifh Göttingen im Auftrag des nieder­sächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung nach den Ursachen für die geringe Frauenquote im Handwerk geforscht. Unter Einbeziehung diverser Einzelstudien und Statistiken sowie mit Unterstützung der Handwerkskammern in Niedersachsen ist ein in dieser Detailschärfe bisher noch nicht zusammengestelltes Kompendium entstanden, das Auskunft gibt über die Berufswünsche junger Frauen, ihre Situation im Ausbildungs- und Beschäftigungs­system des Handwerks, ihr Weiterbildungsverhalten oder ihre Rolle als Firmenchefin und Inhaberin eines Handwerksbetriebes.

Anhand der Ergebnisse identifiziert das Forschungsteam des ifh Göttingen Strategien zur Steige­rung der Frauenquote im Handwerk. Dabei setzt es auf das Engagement aller relevant beteiligten Gruppen in den zentralen Handlungsfeldern: Die allgemeinbildenden Schulen, in denen das berufliche Wissensspektrum der jungen Frauen erweitert werden muss, um eine bewusste Berufswahl zu ermöglichen; das Handwerk mit seinen mehr als 100 Ausbildungsberufen, dem es die Entwicklung einer Willkommenskultur ohne Rücksicht auf tradierte geschlechterspezifische Rollenklischees empfiehlt; die Handwerkskammern, die eine zentrale Rolle in der gender­sensiblen Ausbildungs- und Betriebsberatung einnehmen könnten und die Medien, indem sie ein modernes Bild der Berufe zeigen und Frauen verstärkt in der Rolle als Handwerksmeisterin und Betriebsinhaberin präsentieren.

 

Von der Studie ist auch eine Kurzfassung als Heft 2 der „Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung“ mit dem Titel "Frauen im Handwerk. Status Quo und Herausforderungen - Kurzfassung -" von Katarzyna Haverkamp, Klaus Müller, Petrik Runst und Anja Gelzer, 23 Seiten, ISSN 2364-3897, DOI-URL: http://dx.doi.org/10.3249/2364-3897-gbh-2, erschienen.