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Forschungsinstitut
im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

sowie die
Wirtschaftsministerien
der Bundesländer

Beraterseminar des ifh Göttingen zum Thema „Region und Regionalität“

Region und Regionalität – Eine Chance für das Handwerk?“ fragte das diesjährige Beraterseminar des ifh Göttingen vom 05. - 07. November 2018 in Erfurt. In einer Reihe von Fachvorträgen näherten sich Referenten und Teilnehmer der Relevanz und den Chancen des Themas "Region" aus Sicht des Handwerks. Die fachliche Leitung des Seminars lag bei Dr. Till Proeger und Dr. Jörg Thomä.

Den Auftakt bildete Tatjana Bennat von der Leibniz Universität Hannover, die den aktuellen Stand der Forschung zur Rolle von KMU in regionalen Innovationssystemen darstellte. Darauf aufbauend erläuterte Dr. Petrik Runst vom ifh Göttingen die regionale Verteilung von Handwerksbetrieben und die ökonomischen Struktureigenschaften von stark handwerklich geprägten Regionen in Abgrenzung zu solchen Regionen, in denen das Handwerk eine weniger wichtige Rolle spielt.

Vortrag über Lohnstrukturen und Fachkräftesicherung im Handwerk

Auf Einladung des DGB-Bezirks Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt stellte Frau Dr. Haverkamp, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifh Göttingen, am 30. Oktober 2018 die Ergebnisse der in diesem Jahr abgeschlossenen Studie über die "Lohnstrukturen im Handwerk" vor. Die Vorstellung fand im Rahmen der Sitzung des DGB-Arbeitskreises Handwerk statt. Der Arbeitskreis Handwerk des DGB-Bezirks besteht aus den Vizepräsidenten der Handwerkskammern Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt sowie den zuständigen Hauptamtlichen aus dem DGB und den Mitgliedsgewerkschaften.

Vortrag über die ökonomische Bedeutung und Motivationen zur Reparatur in Handwerk und Reparatur-Cafés

Im Rahmen des Treffens des Netzwerks der deutschen Reparatur-Initiativen "anstiftung" berichtete Kaja Fredriksen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifh Göttingen, am 13. Oktober 2018 in Kassel über ein aktuelles Forschungsprojekt am ifh Göttingen über die ökonomische Bedeutung und Motivationen zur Reparatur in Handwerk und Reparatur-Cafés. Den Teilnehmern der Konferenz sowie den Beraterinnen und Berater der Handwerkskammer Kassel berichtete sie zum Beispiel, dass die Bedeutung von Reparaturen über die Zeit abgenommen hat und dass diese Entwicklung unter anderem auf höhere Arbeitskosten im Vergleich zu den Materialkosten für Neuanschaffungen sowie auf Produktentwicklungen, die Reparaturen erschweren, zurückzuführen sind. Frau Fredriksen betonte auch, dass Handwerk und private Reparaturinitiativen zwar nicht in Konkurrenz miteinander stehen, aber deren Kooperationspotentiale noch besser genutzt werden könnten.

Volkswirte-Forum 2018 in Leipzig

Auf Einladung der Handwerkskammer zu Leipzig trafen sich am 24. und 25. September die Volkswirte des Handwerks zum jährlich durch das ifh Göttingen organisierte "Volkswirte-Forum". In den zwei Seminartagen fanden auf Basis von Impulsvorträgen zu ökonomischen Fragen des Handwerks rege Diskussionen zwischen den teilnehmenden Wissen­schaftlern und Praktikern aus den Handwerksorganisationen und Ministerien statt.

ifh Göttingen untersucht die Rolle des Handwerks im Innovationssystem

Eine neue Studie des ifh Göttingen trägt empirische Hinweise zur Rolle des Handwerks im deutschen Innovationssystem zusammen. Die Ergebnisse bestätigen, dass viele Handwerksunternehmen auch ohne eigene FuE-Abteilung in der Lage sind Innovationen hervorzubringen. Dass dies gelingt, liegt nicht zuletzt an der starken Verankerung des beruflich-betrieblichen Bildungstyps im Handwerk. Hierdurch wird das Handwerk in die Lage versetzt, im Innovationssystem die volkswirtschaftlich wichtige Funktion des Problemlösers, Multiplikators und Technologiemittlers zu übernehmen.

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Vortrag über Analyse- und Managementinstrumente im Handwerk

Im Rahmen eines Seminars des Ludwig-Fröhler-Instituts zum Thema "Analyse- und Managementinstrumente" berichtete Kaja Fredriksen, wissenschaftliche Mitarbeiterin des ifh Göttingen, am 12. September 2018 in der Handwerkskammer für München und Oberbayern über neue Erhebungsinstrumente, die den Stand der Digitalisierung im Handwerk erfassen und fördern sollen. Die Berater und Beraterinnen der Handwerkskammer erfuhren, wie man diese Instrumente nutzen kann, um den aktuellen Bedarf im Bereich Digitalisierung festzustellen und die Unternehmen im digitalen Wandel zu begleiten. Frau Fredriksen betonte hierbei die unterstützende und standardisierende Funktion des für diesen Zweck entwickelten Fragebogens. Beratungen auf dessen Basis sind seit dem 01. Juli 2017 für alle Handwerksunternehmen möglich. 

Vortrag über Künstliche Intelligenz und ihren Einfluss auf die Berufswelt

Auf der Göttinger Akademiewoche "Zukunft der Arbeit" hielt Professor Bizer, Direktor des ifh Göttingen, einen Vortrag über die ökonomischen und sozialen Effekte der zunehmenden Durchdringung der Produktions- und Arbeitswelt mit künstlicher Intelligenz. Hierbei verwies er auf die historisch wiederkehrenden Befürchtungen des Arbeitsplatzverlustes durch technologische Entwicklungen. Dem gegenüber stellte er Abschätzungen für den Wegfall bzw. den Wandel bestehender Berufe. Hierbei gehen jüngste Studien von einer Automatisierung von rund 12 Prozent aller Tätigkeiten aus, die insbesondere ein mittleres Qualifikationsniveau betreffen. Wenngleich diese Effekte weniger gravierend ausfallen als befürchtet, ist von einer stärkeren Polarisierung der Beschäftigungslandschaft auszugehen. Dieser sei durch verschiedene Maßnahmen zur Berufsbildung, Regionalpolitik und Sozialversicherung zu begegnen.

Festvortrag bei der UNESCO-Auszeichnung von Orgelbau und Orgelmusik als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

Im Rahmen des Festaktes zur offiziellen Verleihung des Titels des immateriellen Kulturerbes der Menschheit in Berlin hielt Professor Bizer einen Festvortrag zur Würdigung des Potentials traditioneller Handwerke für künftige Innovationen. Dabei berichtete er vom kürzlich am ifh Göttingen abgeschlossenen Forschungsprojekt "Objekte der Könner. Materialisierungen handwerklichen Erfahrungswissens zwischen Tradition und Innovation (OMAHETI)" über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum impliziten Wissen im Orgelbau.

Professor Bizer auf internationaler Podiumsdiskussion zur Zukunft der handwerklichen Restaurierung in Europa

Auf dem Kongress "Kulturerbe Handwerk in Europa" im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin nahm Professor Bizer an der Podiumsdiskussion "Zukunft der Handwerklichen Restaurierung in Europa" als Experte an einem international besetzten Panel teil, um die Forschungsergebnisse des ifh Göttingen zur Kulturwirtschaft und Kulturerbe im Handwerk vorzutragen. Hierbei ging Professor Bizer insbesondere auf die innovative Funktion impliziten Wissens im Handwerk und die Notwendigkeit einer effektiven Wissensweitergabe zur Innovationsförderung und zur Erhaltung traditioneller Handwerkspraktiken ein. Damit konnte er die Forschungsergebnisse des kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekts "Objekte der Könner. Materialisierungen handwerklichen Erfahrungswissens zwischen Tradition und Innovation (OMAHETI)" präsentieren und aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen wichtige Ableitungen für die internationale Expertenrunde einbringen.

Ergebnisse von ifh-Studie zum Ehrenamt im Handwerk vorgestellt

Auf der diesjährigen Nordkonferenz der Handwerkskammern hat ifh-Mitarbeiter Dr. Jörg Thomä die Ergebnisse eines jüngst abgeschlossenen Forschungsprojekts zur Bedeutung des handwerklichen Ehrenamts präsentiert. Das Thema seines Vortrags lautete "Ehrenamtliches Engagement der Arbeitgeber im Handwerk – Eine Untersuchung am Beispiel NRW". Die Nordkonferenz repräsentiert einen Verbund von 15 Handwerkskammern. Der Teilnehmerkreis setzt sich aus den Präsidenten und Hauptgeschäftsführern der Kammern zusammen. Die Tagung fand vom 27. bis 28. August 2018 in der Handwerkskammer Lübeck statt.

Vortrag von Professor Bizer bei der wirtschaftshistorischen Summerschool GLOCAL in Göttingen

Im Rahmen der internationalen wirtschaftshistorischen Summer School GLOCAL referierte Professor Bizer, der Direktor des ifh Göttingen, zum Thema der politischen und regionalen Unterstützungssysteme von kleinen und mittleren Unternehmen. Die Summer School wird im Rahmen des internationalen wirtschaftshistorischen Studiengangs "Global Markets, Local Creativities" des Göttinger Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Professor Berghoff organisiert. In seinem Vortrag ging Professor Bizer insbesondere auf die Besonderheiten des deutschen Mittelstandes, des speziellen Innovationsmodells inkrementeller Innovationen und auf besondere regionale Unterstützungsstrukturen zwischen Universitäten, Firmen und Bildungseinrichtungen ein.

Studie zum Handwerk im ländlichen Raum veröffentlicht

Das Handwerk ist ländlich. Dies zeigt eine Analyse von Handwerksstruktur- und Regionaldaten durch das ifh Göttingen. Obwohl das Handwerk auch in den Städten eine gewichtige Rolle spielt, liegt der Beschäftigungsbeitrag des Handwerks in ländlichen Regionen um rund 30 % höher als in städtischen Regionen. In den meisten der 402 deutschen Kreise liegt der Anteil der Handwerker an allen Erwerbstätigen über 10 %. Gerade in solchen Räumen, die eine niedrigere Wirtschaftsleistung aufweisen als Städte, übernimmt das Handwerk eine stabilisierende Funktion. In diesen Regionen sind eine geringere Armut, eine hohe Ausbildungsquote bei Jugendlichen und eine geringere Betroffenheit von Abwanderung zu verzeichnen. Die Strukturförderung des ländlichen Raumes konzentriert sich zugleich auf weniger stark handwerklich geprägte Räume.

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Leitartikel im Wirtschaftsdienst zur Wiedereinführung der Meisterpflicht

Die jüngste Initiative zur Wiedereinführung der Meisterpflicht in den 2004 zulassungsfrei gestellten Gewerken hat die alte Debatte zum Für und Wider des Großen Befähigungsnachweises befeuert. Im Leitartikel der Augustausgabe des Wirtschaftsdienstes diskutieren die ifh-Mitarbeiter Dr. Petrik Runst und Dr. Jörg Thomä die diesbezüglichen Pro- und Kontra-Argumente. Thomä betont die wichtige volkswirtschaftliche Funktion des Handwerks im Bereich der dualen Ausbildung, des Innovationssystems oder der Regionalentwicklung und spricht sich für die Meisterpflicht aus. Runst setzt dagegen, dass die Abschaffung der Meisterpflicht den Migrantenanteil unter den Selbstständigen und den abhängig Beschäftigten erhöht und damit zur Integration in den Arbeitsmarkt beigetragen hat.

Neue Studie zur betrieblichen Ausbildungstätigkeit nach der HWO-Novellierung

In einer neuen Studie des ifh Göttingen analysieren Petrik Runst und Jörg Thomä die Effekte der Novellierung der Handwerksordnung von 2004 hinsichtlich ihrer Wirkung auf die betriebliche Ausbildungstätigkeit. Es zeigt sich, dass sich die Ausbildungsleistung der zulassungsfrei gestellten Gewerke in Folge der Deregulierung verringert hat. Dieser Effekt tritt nach der Wiedereinführung der Ausbilder-Eignungsverordnung für die deregulierten Gewerke im Jahr 2009 auf. Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass die Abschaffung der Meisterpflicht einen negativen Einfluss auf die Ausbildungsleistung des Handwerks hatte.

Überblicksartikel zu den ökonomischen Effekten der HWO-Novellierung

In der wirtschaftspolitischen Zeitschrift "Wirtschaftsdienst" ist kürzlich ein Überblicksartikel über die bisherigen wissenschaftlichen Studien zu den ökonomischen Effekten der Novellierung der Handwerksordnung von 2004 erschienen. Hierin beschreiben Autoren des ifh Göttingen die theoretischen Zugänge, empirische Erkenntnisse und Forschungslücken zu diesem Thema. Hier können Sie eine Kurzzusammenfassung und Kontaktinformationen zu den Autoren einsehen sowie den Volltext der Studie herunterladen.

Drei neue Drittmittelprojekte am ifh Göttingen: Strukturanalyse Sachsen, Digitale Transformation von Handwerksunternehmen und Relevanz von Reparaturdienstleistungen

Anfang Juli haben am ifh Göttingen drei neue Drittmittelprojekte begonnen. Für das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr wird eine Struktur- und Potenzialanalyse für das Sächsische Handwerk erstellt. Kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen wird die digitale Transformation von Handwerksunternehmen in Südniedersachsen untersucht. Für die Freie Universität Berlin wird die ökonomische Relevanz und die Möglichkeit zur Stärkung von Reparaturdienstleistungen im Handwerk analysiert. Nähere Informationen zu den Projekten sind auf deren Projektseiten zu finden:

Struktur- und Potenzialanalyse sächsisches Handwerk 

Ergebnisse der ifh-Studie zur Energieeffizienz im Wohngebäudesektor werden auf zwei internationalen Fachkonferenzen vorgestellt

Im Juni 2018 fanden die zwei internationalen wissenschaftlichen Fachkonferenzen, die International Association for Energy Economics (IAEE) in Groningen und der Atlantic Workshop on Energy and Environmental Economics (AWEEE) in A Toxa (Spanien) statt. Als eine der Vortragenden stellte ifh-Mitarbeiterin Anita Thonipara dort die Ergebnisse der ifh-Studie zur Energieeffizienz im Wohngebäudesektor vor. Die Ergebnisse wurden anschließend im Fachpublikum diskutiert und konnten somit internationale Reichweite erzielen.

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Zusammenhang zwischen Meisterbrief und Kundenzufriedenheit auf Online-Plattform für Handwerksdienstleistungen untersucht

Insbesondere im seit 2004 deregulierten Markt kann der Wegfall von Qualifikationspflichten dazu führen, dass Verbraucher ungewollt eine nicht erkannte niedrige Qualität der Dienst­leis­tungen erhalten, da sie die unterschiedliche Qualität der Anbieter nicht einfach unter­schei­den können.

Auf Basis von Kundenbewertungen auf der Online-Plattform "MyHammer" haben Kaja Fredriksen, Dr. Petrik Runst und Prof. Dr. Kilian Bizer daher untersucht, ob der Meistertitel eine höhere Kundenzufriedenheit mit sich bringt. Die Studie zeigt für diesen Teil des Marktes, dass der Meistertitel ein wirksames Qualitätszeugnis darstellt. Es hilft den Verbrauchern, auf einem deregulierten Markt Anbieter mit dauerhaft höherer Qualität zu iden­ti­fizieren.

Neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen der HwO-Novellierung auf die Überlebensraten neu gegründeter Unternehmen

In seiner Studie von 2014 findet Rostam-Afschar keine Hinweise auf eine Reduzierung der Überlebensraten in den 2004 deregulierten Handwerksbereichen. Das ifh Göttingen analysierte Rostam-Afschar’s Daten erneut mit einer präziseren definitorischen Handwerksabgrenzung und unter Beachtung weiterer Verwaltungsdaten. Dabei zeigt sich, dass seine Ergebnisse zum Teil revidiert werden müssen. Tatsächlich fand in der Zeit nach der Deregulierung ein Absinken der Überlebensraten neu gegründeter Unternehmen in den zulassungsfreien Gewerken statt. Ein enger Zusammenhang mit der Deregulierung ist hierbei anzunehmen. Das Forschungspapier wurde als sog. Replikationsstudie in der ökonomischen Fachzeitschrift Empirical Economics veröffentlicht.

Neue Studie des ifh Göttingen: Handwerk ist durch Erfahrung innovativ!

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts "Objekte der Könner. Materialisierungen handwerklichen Erfahrungswissens zwischen Tradition und Innovation" (OMAHETI) beschäftigte sich das ifh Göttingen mit dem Zusammenhang von Erfahrungswissen und Innovationen in traditionellen Handwerksbereichen. Dabei wurde untersucht, in welchen Zusammenhängen Handwerksbetriebe innovieren. Mittels einer Anreiz-Hemmnis-Analyse konnten innovationsfördernde und -hemmende Faktoren im handwerklichen Institutionengefüge identifiziert werden.