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Forschungsinstitut
im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

sowie die
Wirtschaftsministerien
der Bundesländer

Ökonomische Relevanz von Reparaturdienstleistungen im Handwerk

Bearbeiter/in

Kaja Fredriksen

Projektpartner

Umweltbundesamt, Zentralverband des Deutschen Handwerks

Auftraggeber/Anwendungspartner

Freie Universität Berlin

Hintergrund

Im Rahmen der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und des damit verknüpften Ressourceneffizienzprogramms spielt die Erzielung eines schonenden Umgangs mit Rohstoffen eine zentrale Rolle. Zur Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Ressourceneffizienz ist es hierbei erforderlich, die Verhaltensanreize und Hemmnisse der relevanten gesellschaftlichen und ökonomischen Akteure zu analysieren, um darauf aufbauend, nachhaltigkeitsförderliche wirtschafts- und umweltpolitische Rahmenbedingungen zu schaffen.

In Hinblick auf die Förderung einer längeren Nutzungsdauer betrieblicher und privater Güter zur Ressourceneinsparung sind insbesondere solche Akteure relevant, die entweder aus ideeller Motivation oder aber aus ökonomischer Motivation heraus Reparaturen durchführen.

Während Erstere z.B. in der wachsenden Bewegung der Reparaturcafés zu identifizieren sind, ist anzunehmen, dass von den ökonomisch relevanten Akteuren vor allem das Handwerk ein starkes Interesse an der Stärkung und Verbreitung von Reparaturdienstleistungen aufweist. Im Gegensatz zu industriellen Produzenten und Großhändlern ist für handwerkliche Betriebe die Langfristigkeit und Kundenbindung zum Erhalt der Funktionsfähigkeit von betrieblichen und privaten Gütern ein wichtiger Teil ihres Geschäftsmodells. Es ist anzunehmen, dass ein erheblicher Anteil des Umsatzes im Handwerk durch die Verlängerung der Nutzungsdauer bestehender Güter erwirtschaftet wird und Handwerksbetriebe daher einen starken ökonomischen Anreiz aufweisen, die gesellschaftliche Reparaturneigung zu befördern. Das Handwerk kann daher potenziell ein wichtiger Akteur für die Umsetzung des Ressourceneffizienzprogramms werden.

Ziele / Inhalt

Das Forschungsprojekt soll vor diesem Hintergrund insbesondere vier Forschungsziele erfüllen:

  1. Qualitativ und, wo möglich, quantitativ belegte Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen und ressourcenbezogenen Relevanz privater und professioneller handwerklicher Reparaturdienstleistungen.
  2. Anreiz- und Hemmnisanalyse der zentralen Akteure für eine Stärkung von Angebot und Nachfrage bei Reparaturdienstleistungen. Analyse der Beziehung von handwerklichen Reparaturen und Reparaturinitiativen in Hinblick auf Konkurrenz und Kooperation.
  3. Wirtschafts- und umweltpolitische Handlungsempfehlungen zur Stärkung des ressourcenschonenden Reparaturgedankens unter Einbeziehung von Handwerk und Reparaturinitiativen.
  4. Schaffung (qualitativer) Grundlagen für größer angelegte quantitative Datenerhebungen und -analysen bei den Reparaturinitiativen und den relevanten Gewerken als Grundlage für künftige Forschungsprojekte.
Projektbeginn - voraussichtliches Projektende

Juli 2018 - März 2019