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Forschungsinstitut
im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

sowie die
Wirtschaftsministerien
der Bundesländer

Der ifh-Tätigkeitsbericht 2017 informiert über aktuelle Themen in der Handwerksforschung

So vielschichtig wie das Handwerk und seine Branchen ist auch die Wirtschaftsforschung über die "Wirtschaftskraft von nebenan". Die Studien, die das ifh Göttingen erstellt, bleiben dabei nicht für den Elfenbeinturm reserviert, sondern bemühen sich stets um anwendungsorientierte Forschung, betont Institutsdirektor Prof. Dr. Kilian Bizer. Diese Ausrichtung bestätigt der jetzt erschienene Tätigkeitsbericht über das Forschungsjahr 2017.

Alterssicherung von Betriebsinhabern im Handwerk

Der "goldene Boden" des Handwerks verliert an Glanz, wenn man auf die Alterssicherung der Betriebsinhaber sieht. Einer neuen Studie des ifh Göttingen zufolge erwarten mehr als 60 Prozent der Inhaber von Handwerksbetrieben eine gesetzliche Rente von weniger als 600 Euro. Nur jeder Achte hat Aussicht auf mehr als 1.000 Euro. Drei Viertel der Inhaber von Handwerksbetrieben wenden mehr Geld für die private Altersvorsorge auf als für die gesetzliche Rentenversicherung. Dabei bestehen nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen Soloselbstständigen aus dem zulassungsfreien und dem zulassungspflichtigen Handwerk und auch zwischen kleinen und größeren Handwerksbetrieben. Außerdem zeichnet sich ein klares West-Ost-Gefälle ab.

ifh-Mitarbeiter veröffentlichen Aufsatz über Alterssicherung in der Zeitschrift "Sozialer Fortschritt"

Die Alterssicherung Selbstständiger rückt vermehrt in den Mittelpunkt der sozialpolitischen Debatte. Das Handwerk ist in diesem Zusammenhang aufgrund der Handwerkerpflichtversicherung und der Novellierung der Handwerksordnung 2004 von besonderer Bedeutung. Der Aufsatz "Die Alterssicherung Selbstständiger im Handwerk" präsentiert erste empirische Ergebnisse für die Beurteilung der Altersvorsorge Selbstständiger im Handwerk. Als Datenbasis dient die Umfrage "Alterssicherung im Handwerk", die in Zusammenarbeit mit acht Handwerkskammern durchgeführt wurde.

Thonipara, Anita und Müller, Klaus (2017): Die Alterssicherung Selbstständiger im Handwerk, in: Sozialer Fortschritt, 66(2017), S. 875-896

Weitere Informationen

ifh Göttingen und IW-Köln veröffentlichen eine Studie zur "Energiewende im Gebäudesektor"

Im Sommer 2017 beendete das ifh Göttingen ein dreijähriges Projekt zur Energiewende im Gebäudesektor, welches von der Schwäbisch Hall Stiftung gefördert wurde. Die Erkenntnisse dieses Projekts wurden nun in der Reihe IW-Analysen (Nr.119) komprimiert dargestellt und veröffentlicht. Ein Kernkapitel des Buches bezieht sich auf die Forschungsarbeiten des ifh Göttingen zur Energieeffizienz in europäischen Wohngebäuden (ifh Working Paper Nr. 12).

Das handwerk magazin präsentiert die „Köpfe des Jahres 2017“

Das handwerk magazin präsentiert jährlich als "die wichtigsten Köpfe des Jahres" Personen, die mit ihren Leistungen und Aktionen für den Wirtschaftsbereich Handwerk beeindruckten. In diesem Jahr wurde unter der Rubrik "Die Aktivisten" auch der Geschäftsführer des ifh Göttingen, Dr. Klaus Müller, mit aufgeführt. Dr. Müller  wurde für seine vielfältigen Forschungsarbeiten über das Handwerk geehrt.

Link zur Pressemeldung

Mitgliederversammlung 2017: ifh Göttingen blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Ein Bericht über die vergangenen und zukünftigen Forschungsaktivitäten am ifh Göttingen stand im Mittelpunkt der alljährlichen Mitgliederversammlung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen e.V., die am 28. November 2017 stattfand.

Vortrag auf der SNIC-Ringveranstaltung "Innovation und Wissenschaft"

Am 23.11.2017 fand der zweite Teil der Ringveranstaltung "Innovation und Wissenschaft" der SNIC-Innovationsakademie zu den Themen Lernen und Innovationsfähigkeit von KMU sowie Koordination und Führung in Teams statt. Veranstaltungsort war das Oeconomicum der Universität Göttingen. Als einer der beiden Redner sprach ifh-Mitarbeiter Dr. Jörg Thomä  zum Thema "Der DUI-Modus - Ein Ansatz zur besseren Messbarkeit von Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)?". Die dreiteilige Ringveranstaltung legt den Fokus auf die Umsetzung von Innovationen in der Wissenschaft und im unternehmerischen Kontext. Gastgeber sind der Südniedersachsen-InnovationsCampus (SNIC) und der Wirtschaftskontaktbereich der Universität Göttingen.

ifh Göttingen veröffentlicht eine Studie über das Handwerk in Hamburg

Handwerksbetriebe brauchen Beistand von Kammern, Verbänden und Staat. Technologischer Fortschritt, Demografie und Wertewandel ermöglichen gute Zukunftschancen, sind aber von den Unternehmen nicht im Alleingang zu bewältigen.

Die Entwicklung des Handwerks als kleinbetrieblich bis mittelständisch organisierter Wirtschaftszweig hängt von vielen Einflüssen ab. Politik, Unternehmen und Verwaltungen haben bei Zukunftsszenarien schnell ihre eigenen Blickwinkel besetzt, so dass eine gemeinsame Perspektive nur schwer zu ermitteln ist. Das Handwerk und die Wirtschaftsbehörde des Stadtstaates Hamburg haben jetzt mit wissenschaftlicher Unterstützung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) und des CIMA Instituts für Regionalwirtschaft, Hannover, eine Initiative zur Lageeinschätzung umgesetzt.

Fortbildungsseminar zum Thema Einkommen und Alterssicherung im Handwerk

Das Thema "Einkommen und Alterssicherung im Handwerk" bildete den Schwerpunkt des diesjährigen ifh-Fortbildungsseminars für Berater und Beraterinnen der Handwerksorganisationen. Die dreitägige Veranstaltung fand vom 6. bis zum 8. November 2017 in Würzburg statt. Am ersten Tag wurde zunächst eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Lohnverteilung der abhängig Beschäftigten im Handwerk sowie zur Altersvorsorge von Betriebsinhabern im Handwerk vorgenommen. Praktische Vorträge zum Regelwerk der Gesetzlichen Rentenversicherung für Handwerker, zu weiteren Vorsorgeprodukten für Betriebsinhaber und Mitarbeiter der Handwerksbetriebe sowie ein Erfahrungsbericht aus der täglichen Beratungsarbeit der Handwerkskammern bildeten den Schwerpunkt am zweiten Tag der Veranstaltung.

Neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifh Göttingen

Seit dem 01. November 2017 ist Dr. Till Proeger als neuer Mitarbeiter am ifh Göttingen tätig. Herr Proeger studierte Volkswirtschaftslehre mit umwelt- und institutionenökonomischem Schwerpunkt sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte mit einem Schwerpunkt auf ökonomischer Ideengeschichte und historischer Währungspolitik. Er promovierte 2014 bei Prof. Dr. Kilian Bizer mit einer verhaltensökonomischen Arbeit über volkswirtschaftliche Prognosetätigkeit. Seine aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der mittelständischen Innovationstätigkeit und Digitalisierungsprozesse, der Förderung von Wissensspillovern im handwerklichen Mittelstand und der Ausgestaltung der Regulierung des deutschen Handwerks.

Drittmittelprojekt zur besseren Messung von Innovationsaktivitäten in KMU

Seit Anfang Oktober beteiligt sich das ifh Göttingen an einem BMBF-finanzierten Forschungsprojekt zur Messung der Besonderheiten von Innovationsprozessen in KMU. Konkret geht es um die bessere Erfassung von praxisnahem "Learning by Doing, Using and Interacting (DUI)", das auf erfahrungsbasiertem Können gründet. Der DUI-Modus spielt für das deutsche Innovationssystem eine ausgesprochen wichtige Rolle und ist gerade für das Handwerk typisch. Vor diesem Hintergrund analysiert das Projekt "InDUI" die vorhandene Innovationsindikatorik, um diese im nächsten Schritt im Hinblick auf DUI-Innovationsaktivitäten weiterzuentwickeln. Entsprechend soll in den kommenden drei Jahren das Methodenset der Innovationsmessung in Deutschland in Hinblick auf KMU erweitert werden.

ifh Göttingen auf dem BIBB-Kolloquium zur Berufsbildungsforschung

Auf Einladung des Bundesinstituts für Berufsbildung referierte Frau Dr. Haverkamp im Rahmen des BIBB-Kolloquiums zur Berufsbildungsforschung am 10.10.2017 in Bonn über die Mobilität und das Einkommen von Handwerksgesellen. Das BIBB-Kolloquium stellt ein Diskussionsforum für aktuelle Forschungsarbeiten im Bereich der Berufsbildungsforschung dar und dient dem wissenschaftlichen Austausch zwischen dem BIBB und anderen Forschungseinrichtungen. Frau Dr. Haverkamp diskutierte mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des BIBB über die aktuellen Ergebnisse ihrer Arbeit zur sektoralen und beruflichen Arbeitsmarktmobilität von Handwerksgesellen und über die Auswirkungen dieser Mobilität auf die Löhne von handwerklich qualifizierten Fachkräften.

Studie des ifh Göttingen ordnet die volkswirtschaftliche Bedeutung des Handwerks neu ein

Das Handwerk gilt schon immer als eines der Schwergewichte innerhalb der deutschen Volkswirtschaft. Eine genaue Einordnung fällt bisher jedoch nicht leicht, weil sich die verfügbaren statistischen Daten für einen Vergleich mit der Gesamtwirtschaft als zu unterschiedlich erweisen. Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh Göttingen) beseitigt jetzt dieses Defizit mit einer neuen Studie, in der die Bedeutung des Handwerks innerhalb der Gesamtwirtschaft und seine Veränderung in den zurückliegenden Jahren genauer analysiert wird.

Neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifh Göttingen

Seit dem 01.10.2017 ist Harm Alhusen als neuer Mitarbeiter am ifh Göttingen tätig. Herr Alhusen studierte Volkswirtschaftslehre im Bachelor- und Masterprogramm der Georg-August-Universität Göttingen. Am ifh Göttingen wird Herr Alhusen als Doktorand im BMBF-Verbundprojekt "InDUI – Innovationsindikatorik für den Doing-Using-Interacting Modus bei KMU" arbeiten und zugleich an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen promovieren.

Volkswirte-Forum 2017

Auf Einladung der Handwerkskammer Hamburg haben sich am 25. und 26. September 2017 die Volks­wirte des Handwerks zu einer zweitägigen Veranstaltung getroffen. Das diesjährige Volkswirte-Forum des Handwerks stellte Wissen als wertvolle Ressource gerade auch für die Handwerksunternehmen heraus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten intensiv über die Wissensarten im Handwerk und betonten insbesondere die Rolle des Erfahrungswissens. "Handwerker verfügen über sehr viel wertvolles implizites Wissen. Gerade die Könnerschaft im Handwerk erfordert Erfahrungswissen in Bezug auf Materialien und Verarbeitungsbedingungen, welches nicht einfach aus Büchern zu erwerben ist", stellt Benjamin W. Schulze klar, der den Zusammenhang von Tradition und Innovation am handwerklichen Erfahrungswissen festmacht.

Die Handwerksnovelle 2004 und ihre möglichen Auswirkungen auf den Ausbildungsbereich

Mit der Untersuchung von Koch/Nielen (2016/2017) liegt erstmals eine Kausalanalyse zu den ausbildungsseitigen Effekten der Handwerksnovelle 2004 vor. In einem aktuellen Arbeitspapier diskutiert ifh-Mitarbeiter Dr. Jörg Thomä die diesbezüglichen Kernergebnisse. Auf Basis eines alternativen Interpretationsansatzes versucht er einen vermeintlichen Widerspruch der Studie aufzuklären. Auf dieser Grundlage lassen die Ergebnisse von Koch/Nielen (2016/2017) vermuten, dass die Reform negative Effekte auf das handwerkliche Ausbildungsgeschehen hatte.

Link zum Paper

Workshop über Alterssicherung im Handwerk

Am 31. August hatte das ifh zu einem Workshop über Alterssicherung nach Göttingen eingeladen. Die Teilnehmer waren Experten aus Handwerkskammern, handwerklichen Fachverbänden, dem ZDH und der Deutschen Rentenversicherung. Auf dem Workshop wurden primär die Ergebnisse einer Umfrage mit über 1.500 Handwerksbetrieben aus acht Handwerkskammern zur Alterssicherung von Selbstständigen und Beschäftigten im Handwerk vorgestellt.

Vortrag zur Fachkräftebindung im Handwerk

Im Rahmen der Sommersitzung des Berufsbildungsausschusses der Handwerkskammer Karlsruhe am 10. Juli 2017 berichtete Frau Dr. Haverkamp über die Ergebnisse des Projekts "Verbleib und Abwanderung aus dem Handwerk". Frau Dr. Haverkamp verdeutlichte, dass das Handwerk nach wie vor eine bedeutende Rolle als "Ausbilder der Nation" spielt und andere Wirtschaftsbereiche mit eigens qualifizierten Fachkräften versorgt. Sie betonte, dass insbesondere im Metall- und Elektrobereich die Mobilität der handwerklich qualifizierten Fachkräfte eine herausragende Rolle spielt: Überdurchschnittlich viele Handwerksgesellen mit diesem Qualifikationsspektrum sind später in der Industrie tätig. Da jedoch der Verlust von qualifizierten Fachkräften an andere Wirtschaftsbereiche die Fachkräfteversorgung des Handwerks gefährdet, diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen anschließend über die betrieblichen Handlungsoptionen.

Vortrag zur Digitalisierung im Handwerk

Im Rahmen eines Seminars des Ludwig-Fröhler-Instituts zum Thema "Digitalisierung im Handwerk" berichtete Frau Fredriksen am 22. Juni 2017 in der Handwerkskammer Koblenz über ein neues Erhebungsinstrument, das den Stand der Digitalisierung im Handwerk erfassen und fördern soll. Die Berater und Beraterinnen der Handwerkskammer erfuhren, wie man das Instrument nutzen kann, um den aktuellen Bedarf im Bereich Digitalisierung festzustellen und die Unternehmen im digitalen Wandel zu begleiten. Frau Fredriksen betonte die unterstützende und standardisierende Funktion des dafür entwickelten Fragebogens. Beratungen auf dessen Basis sind ab dem 1. Juli 2017 für alle Handwerksunternehmen möglich. Die Bedarfsanalyse ist im Rahmen des vom BMWi geförderten Projektes "Kompetenzzentrum digitales Handwerk" entwickelt worden.

 

Weitere Informationen finden Sie unter https://handwerkdigital.de.

Handwerkstypische Innovationsweise oder warum der DUI-Modus wichtig für das deutsche Innovationssystem ist

Innovationsfähigkeit im Handwerk beruht selten auf formalisierten Lernprozessen in eigenen FuE-Abteilungen, dagegen umso mehr auf praxisnahem "Learning by Doing, Using and Interacting (DUI)", das auf erfahrungsbasiertem Können gründet. ifh-Mitarbeiter Dr. Jörg Thomä untersucht in einem aktuellen Aufsatz die grundsätzliche Bedeutung, die der DUI-Modus im deutschen Innovationssystem hat. Das Papier erscheint in der renommierten Fachzeitschrift Research Policy.

Thomä, Jörg (2017): DUI mode learning and barriers to innovation—A case from Germany, in: Research Policy 46 (7), 2017, S. 1327-133, DOI 10.1016/j.respol.2017.06.004