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Forschungsinstitut
im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

sowie die
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der Bundesländer

Der ifh-Tätigkeitsbericht 2015 bietet umfassenden Einblick in das Kompetenzzentrum für volkswirtschaftliche Fragestellungen im Mittelstand

Tätigkeitsbericht 2015

Auch wenn das Handwerk auf den ersten Blick eine langfristige Kontinuität aufweist, unterliegt es bis heute stetig strukturellen Entwicklungen, die dank wirtschaftswissenschaftlicher Forschung zeitnah offenkundig werden. So werden z.B. die Auswirkungen der Novelle der Handwerksordnung (HwO) 2004 deutlich, die für viele Handwerke die Zulassungspflicht aufgehoben hat. Lassen sich aus dieser in Deutschland geltenden Veränderung Rückschlüsse für die Transparenzinitiative ableiten, mit der die EU-Kommission den Berufszugang europaweit vereinfachen möchte? Oder: Wie steht es beispielsweise mit den Folgen der Energiewende für das Handwerk, etwa in Bezug auf Energie-effizienz? Wie modern ist überhaupt Handwerk heutzutage, wie steht es um Innovationen, Forschung und Entwicklung?

Untersuchung zu Innovationshemmnissen in kleinen und mittleren Unternehmen

In der Langfristperspektive hat im Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) die Innovationsdynamik nachgelassen. Dies gilt vor allem für solche Segmente der mittelständischen Wirtschaft, die typischerweise weniger stark auf eigene Forschung und Entwicklung setzen. Um entsprechende KMU zu Innovationsanstrengungen zu bewegen, bildet der Abbau bzw. die Milderung von konkreten Hemmnisfaktoren einen möglichen Ansatzpunkt für die Wirtschaftspolitik. Um die dahingehende Informationsbasis zu verbessern, hat das ifh Göttingen zusammen mit der KfW Research eine wissenschaftliche Untersuchung durchgeführt.

Neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter am ifh Göttingen

Seit dem 01.01.2016 ist Johannes Loh als neuer Mitarbeiter am ifh Göttingen tätig. Im Frühjahr 2015 schloss Herr Loh sein Studium der "International Economics" an der Georg-August-Universität Göttingen ab. Am Institut wird er an dem von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekt „Lohnbildung im Handwerk“ mitarbeiten.

Wechsel im Sekretariat des ifh Göttingen

Die bisherige langjährige Verwaltungsangestellte des ifh Göttingen, Frau Ulrike Witze, ist Ende des Jahres 2015 in den Ruhestand gegangen. Sie war für fast 35 Jahre die erste Anlaufstelle für Besucher des Instituts. Viele Fäden liefen bei ihr zusammen.

Ihre Nachfolgerin ist Frau Winny Theisen. Frau Theisen ist in erster Linie zuständig für die allgemeine Korrespondenz, die Buchhaltung und Haushaltsüberwachung des ifh Göttingen, für die Personalverwaltung sowie die Text-und Graphikbearbeitung des Instituts.

Neues ifh-Drittmittelprojekt zur Lohnbildung im Handwerk

Beginnend mit dem 2. Januar 2016 werden am ifh Göttingen im Rahmen eines neuen, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekts, die Prozesse der Lohnbildung im Handwerk analysiert. In diesem Zusammenhang sollen die Lohnstrukturen im Handwerk zunächst deskriptiv auf der Grundlage vorhandener Sekundärdatensätze untersucht und den Einkommen in nicht-handwerklichen Bereichen der Volkswirtschaft gegenübergestellt werden. Den zentralen Schwerpunkt des Forschungsvorhabens bildet schließlich die Untersuchung der Bestimmungsfaktoren der Lohnbildung im Handwerk.

Die Projektlaufzeit beträgt 20 Monate. Der Projektabschlussbericht wird im Herbst 2017 vorgelegt.

Erster Meilenstein auf dem Weg zu einem eigenen Handwerkspanel

Dem Handwerk fehlen verlässliche Daten. Nicht nur in der amtlichen Statistik, auch in umfangreichen empirischen Erhebungen wie dem IAB-Betriebspanel, dem Mikrozensus oder dem Sozioökonomischen Panel sind valide Informationen über Handwerksunternehmen und die dort tätigen Personen Mangelware. Diese unbefriedigende Datenlage trägt dazu bei, dass das Handwerk in der wirtschaftspolitischen Diskussion häufig keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt.

ifh-Kurzexpertise im Auftrag der International Labor Organization (ILO)

In Vorbereitung eines Symposiums ("The Future of Work") und eines längerfristigen Forschungsvorhabens, beauftragte die ILO (Genf) das ifh Göttingen, eine Kurzstudie zur Rolle des Handwerks in der digitalisierten Welt von Morgen zu erstellen. Im Rahmen dieser Kurzexpertise soll untersucht werden, ob die handwerkliche Wertschöpfung auch in der Zukunft von großer Bedeutung sein wird. Im Mittelpunkt der Analyse steht die Frage, inwieweit sich kundenorientierte Produktionsprozesse automatisieren lassen.

ifh Göttingen erhält Auftrag, der Handwerkskammer Erfurt beim Aufbau eines regelmäßigen Berichtssystems zu helfen

Die Handwerksbetriebe stehen in Zukunft mannigfaltigen Herausforderungen (Fachkräfteengpässe, Digitalisierung, neue Marktfelder und Technologien) gegenüber. Zu deren Bewältigung sind diese auf die Unterstützung der Handwerkskammern angewiesen. Vor diesem Hintergrund will die Handwerkskammer Erfurt ein Berichtssystem aufbauen mit dem Ziel, durch die regelmäßigen Befragungen wichtige Strukturdaten der ansässigen Kammerbetriebe und Informationen über deren Wünsche und Bedürfnisse zu erheben. Dies soll es den Handwerkskammern ermöglichen, bei der Ausgestaltung von Gewerbeförderungs- und Bildungsmaßnahmen adäquat zu reagieren und das Leistungsangebot dementsprechend auszurichten.

Zweiter Vortrag des ifh Göttingen bei der Enquetekommission des Landtags NRW

Bereits zum zweiten Mal wurde das ifh Göttingen eingeladen, einen Impulsvortrag für die Beratungen der Enquetekommission VI "Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW" vorzubereiten. Das Ziel der Kommission, die sich am 23. Juni 2015 am Landtag Nordrhein-Westfalen konstituiert hat, ist, Impulse zur Sicherung und Stärkung von Qualifikation und Fachkräftenachwuchs sowie Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit im Handwerk und Mittelstand zu erarbeiten.

DHI-Mitarbeitertreffen und DHI-Tagung 2015

Am 3. Dezember 2015 fand in den Räumen der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main die gemeinsame Projektbesprechung der wissenschaftlichen Mitarbeiter/-innen aller DHI-Institute statt. Im Zentrum der Beratungen standen insbesondere die vorbereitenden Abstimmungen zum gemeinsamen DHI-Projekt "Digitalisierung im Handwerk", das im Rahmen des Forschungs- und Arbeitsprogramms des DHI 2016/2017 durchgeführt wird. Das ifh Göttingen soll dabei die Frage nach den durch die Digitalisierungsprozesse induzierten Veränderungen der Geschäftsmodelle im Handwerk aufgreifen. Im Anschluss an die Projektbesprechungen fand am 4. Dezember 2015 die wissenschaftliche Tagung "Die Energiewende: Chancen und Risiken für das Handwerk" statt. Während dieser Tagung wurden die zentralen Ergebnisse des im Jahr 2015 abgeschlossenen gemeinsamen DHI-Projekts mit dem gleichen Titel vorgestellt.

EU bemisst Deregulierungsziel im Handwerk mit ungenauen Maßstäben

Seit 2004 gibt es für die Handwerksausübung in Deutschland faktisch keine Schranken mehr

Das Vorhaben der EU-Kommission, die Zugangsreglementierungen zu den Berufen innerhalb der Europäischen Staaten weiter aufzulösen, kann das deutsche Handwerk arg treffen. Denn 41 der 92 Gewerbezweige, die im "Gesetz zur Ordnung des Handwerks", kurz Handwerksordnung (HwO), aufgeführt sind, stehen unter dem sogenannten "Meistervorbehalt", d.h. dass ein Handwerksmeister dieses Gewerkes Betriebsleiter sein muss. Der Inhaber benötigt seit der Handwerksrechtsnovelle von 2004 diese Qualifikation nicht. Ebenso gibt es bei der Einstellung von Personen keinerlei Einschränkungen. Die Meisterpflicht für den Betriebsleiter dient faktisch dem Verbraucherschutz, da viele Handwerksleistungen gefahrengeneigt sind. Dies wirkt sich auch positiv auf die Qualität der handwerklichen Produkte und Dienstleistungen aus.

Mitgliederversammlung des ifh Göttingen 2015

Am 19. November 2015 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen e.V statt. Anstelle des verhinderten Präsidenten Voss wurde die Sitzung vom stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Herrn Roman Hannover, Vizepräsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, geleitet. Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Bericht von Professor Dr. Kilian Bizer und von Dr. Klaus Müller über die vergangenen und zukünftigen Aktivitäten im Institut.

Englischsprachige Veröffentlichungsreihe des ifh Göttingen erscheint online

Mit der neuen Veröffentlichungsreihe, den "ifh Working Papers", trägt das ifh Göttingen verstärkt zum internationalen Wissenschaftsdialog bei. Aktuelle Forschungsergebnisse werden als Open-Access-Dokumente in englischer Sprache auf der eigenen Homepage bereitgestellt, bevor sie den langwierigen Peer-Review-Prozess in Fachzeitschriften durchlaufen. Daniel Feser und Petrik Runst eröffnen die Reihe mit einem Beitrag zu den Problemen der Energieberatung im Wohngebäudesektor.

Link zu den ifh Working Papers

Neue Daten des ifh Göttingen zu den Auswirkungen der HWO Reform 2004

In zwei Vorträgen für Versammlungen von Kreishandwerkerschaften präsentierte der Geschäftsführer des ifh Göttingen, Dr. Klaus Müller, aktuelle Untersuchungsergebnisse über die Auswirkungen der 2004 eingeführten Zulassungsfreiheit in vielen Handwerkszweigen. Er wies darauf hin, dass es in den zulassungsfreien Handwerken zweifelsohne einen Gründungsboom gegeben habe, der aber auch durch andere Faktoren (z.B. öffentliche Gründungsförderung, EU-Osterweiterung) stark beeinflusst worden sei. Positive Beschäftigungseffekte im Handwerk durch die HwO Reform konnte das Institut nicht feststellen. Zum Bereich der Aus- und Weiterbildung führte er aus, dass die Meisterzahlen in den B1-Handwerken nach der HWO Reform deutlich zurückgegangen seien. Die Ausbildung in diesen Handwerken wird bislang vor allem von den bereits vor 2004 existierenden Betrieben getragen.

Seminar über Strukturentwicklungen im Handwerk

Das ifh Göttingen hat Ende Oktober in den Räumen der Handwerkskammer Hannover ein Seminar für Berater/-innen der Handwerksorganisationen mit dem Titel "Strukturveränderungen im Handwerk vor dem Hintergrund aktueller Forschungsergebnisse" durchgeführt. Das Seminar stieß auf ein großes Interesse, wie die durchweg positiven Beurteilungen der Teilnehmer zeigten.

Die Volkswirte der deutschen Handwerkskammern plädieren für die Öffnung des Energieberatermarktes

Die Sanierungsrate im Gebäudebestand spiegelt die ambitionierten Effizienz-Ziele der Bundesregierung noch nicht wider. Darum soll der durch die Politik geförderte Energieberatermarkt den Hausbesitzern dabei helfen, kompetente Informationsvermittler zu beauftragen und so eine sachliche Einschätzung des energetischen Zustands ihrer Immobilie zu erhalten. Die Unabhängigkeitsregelung, laut der praktizierende Handwerker keine umfassenden Energieberatungen durchführen dürfen, stellt dabei aber ein Hindernis für die Entwicklung dieses noch jungen Marktes dar.

ifh Göttingen auf diesjährigem G-forum präsent

Vom 8. bis 9. Oktober 2015 hat an der Universität Kassel die 19. Interdisziplinäre Jahreskonferenz zu Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand stattgefunden. Das ifh Göttingen war auf dieser Tagung mit einem Vortrag von Dr. Jörg Thomä vertreten. Er sprach zum Thema "Lernprozesse und Innovationsmodus – eine KMU-Perspektive".

Neue wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifh Göttingen

Seit dem 5.Oktober 2015 verstärkt Frau Kaja Fredriksen das Team des ifh Göttingen. Sie studierte an der Sorbonne und dem Sciences-Po in Paris und sammelte praktische Erfahrungen am Norwegischen Finanzministerium und der OECD. Am ifh Göttingen wird sie zum Thema Energie- und Umweltfragen im Handwerk arbeiten und promovieren.

ifh Göttingen stellt Forschungsergebnisse des letzten Jahres dem Bund-Länder-Ausschuss vor

Am 30. September und 1. Oktober 2015 fand die 123. Sitzung des Bund-Länder-Ausschusses "Handwerkswirtschaft und Gewerbeförderung" in Magdeburg statt. Auf dieser Sitzung erhielt Dr. Müller, der Geschäftsführer des ifh Göttingen, die Möglichkeit, die aktuellen Forschungsergebnisse des Institutes zu präsentieren. Dr. Müller ging dabei insbesondere auf die beiden Projekte "Strukturentwicklungen im Handwerk" und "Frauen im Handwerk" ein. Er verwies darauf, dass es im Handwerk in den letzten Jahren eine Tendenz zur Polarisierung gegeben habe. Insbesondere die Kleinstunternehmen hätten stark an Bedeutung gewonnen. Dieses Ergebnis zeichne sich zwar grundsätzlich auch für die Gesamtwirtschaft ab, im Handwerk habe es jedoch insbesondere wegen der Novellierung der Handwerksordnung einen viel größeren Stellenwert erhalten. Daneben haben auch die Großunternehmen des Handwerks mit 50 und mehr Beschäftigten in den letzten Jahren erhebliche Umwachszuwächse erzielt.

Dr. Müller als Gastreferent im Düsseldorfer Landtag

In Nordrhein-Westfalen ist in diesem Sommer die Enquetekommission VI "Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW" eingerichtet worden. Auf der dritten Sitzung am 11. September 2015 wurde der Geschäftsführer des ifh Göttingen, Dr. Klaus Müller, als Gastreferent geladen. Dr. Müller berichtete über Strukturentwicklungen im Handwerk. Dabei ging er, soweit Zahlen schon vorlagen, auf die Situation in Nordrhein-Westfalen besonders ein. Er zeigte auf, dass sich im Handwerk in den letzten Jahren eine Polarisierungstendenz abzeichnet. Insbesondere die kleinen Handwerksbetriebe mit einem starken Anstieg der Soloselbstständigen und die großen Handwerksunternehmen gewinnen, während die mittleren Betriebe an Bedeutung verlieren. Dies gilt jedoch nicht für sämtliche Branchen. Vielmehr zeichnen sich hier unterschiedliche Entwicklungen ab, so bspw. die starke Konzentrationstendenz in den Lebensmittelgewerken, was in sehr hohen Umsatzanteilen der handwerklichen Großunternehmen mündet.