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Forschungsinstitut
im Deutschen Handwerksinstitut e. V.

sowie die
Wirtschaftsministerien
der Bundesländer

Erster Meilenstein auf dem Weg zu einem eigenen Handwerkspanel

Dem Handwerk fehlen verlässliche Daten. Nicht nur in der amtlichen Statistik, auch in umfangreichen empirischen Erhebungen wie dem IAB-Betriebspanel, dem Mikrozensus oder dem Sozioökonomischen Panel sind valide Informationen über Handwerksunternehmen und die dort tätigen Personen Mangelware. Diese unbefriedigende Datenlage trägt dazu bei, dass das Handwerk in der wirtschaftspolitischen Diskussion häufig keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt.

ifh-Kurzexpertise im Auftrag der International Labor Organization (ILO)

In Vorbereitung eines Symposiums ("The Future of Work") und eines längerfristigen Forschungsvorhabens, beauftragte die ILO (Genf) das ifh Göttingen, eine Kurzstudie zur Rolle des Handwerks in der digitalisierten Welt von Morgen zu erstellen. Im Rahmen dieser Kurzexpertise soll untersucht werden, ob die handwerkliche Wertschöpfung auch in der Zukunft von großer Bedeutung sein wird. Im Mittelpunkt der Analyse steht die Frage, inwieweit sich kundenorientierte Produktionsprozesse automatisieren lassen.

ifh Göttingen erhält Auftrag, der Handwerkskammer Erfurt beim Aufbau eines regelmäßigen Berichtssystems zu helfen

Die Handwerksbetriebe stehen in Zukunft mannigfaltigen Herausforderungen (Fachkräfteengpässe, Digitalisierung, neue Marktfelder und Technologien) gegenüber. Zu deren Bewältigung sind diese auf die Unterstützung der Handwerkskammern angewiesen. Vor diesem Hintergrund will die Handwerkskammer Erfurt ein Berichtssystem aufbauen mit dem Ziel, durch die regelmäßigen Befragungen wichtige Strukturdaten der ansässigen Kammerbetriebe und Informationen über deren Wünsche und Bedürfnisse zu erheben. Dies soll es den Handwerkskammern ermöglichen, bei der Ausgestaltung von Gewerbeförderungs- und Bildungsmaßnahmen adäquat zu reagieren und das Leistungsangebot dementsprechend auszurichten.

Zweiter Vortrag des ifh Göttingen bei der Enquetekommission des Landtags NRW

Bereits zum zweiten Mal wurde das ifh Göttingen eingeladen, einen Impulsvortrag für die Beratungen der Enquetekommission VI "Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW" vorzubereiten. Das Ziel der Kommission, die sich am 23. Juni 2015 am Landtag Nordrhein-Westfalen konstituiert hat, ist, Impulse zur Sicherung und Stärkung von Qualifikation und Fachkräftenachwuchs sowie Gründungskultur und Wettbewerbsfähigkeit im Handwerk und Mittelstand zu erarbeiten.

DHI-Mitarbeitertreffen und DHI-Tagung 2015

Am 3. Dezember 2015 fand in den Räumen der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main die gemeinsame Projektbesprechung der wissenschaftlichen Mitarbeiter/-innen aller DHI-Institute statt. Im Zentrum der Beratungen standen insbesondere die vorbereitenden Abstimmungen zum gemeinsamen DHI-Projekt "Digitalisierung im Handwerk", das im Rahmen des Forschungs- und Arbeitsprogramms des DHI 2016/2017 durchgeführt wird. Das ifh Göttingen soll dabei die Frage nach den durch die Digitalisierungsprozesse induzierten Veränderungen der Geschäftsmodelle im Handwerk aufgreifen. Im Anschluss an die Projektbesprechungen fand am 4. Dezember 2015 die wissenschaftliche Tagung "Die Energiewende: Chancen und Risiken für das Handwerk" statt. Während dieser Tagung wurden die zentralen Ergebnisse des im Jahr 2015 abgeschlossenen gemeinsamen DHI-Projekts mit dem gleichen Titel vorgestellt.

EU bemisst Deregulierungsziel im Handwerk mit ungenauen Maßstäben

Seit 2004 gibt es für die Handwerksausübung in Deutschland faktisch keine Schranken mehr

Das Vorhaben der EU-Kommission, die Zugangsreglementierungen zu den Berufen innerhalb der Europäischen Staaten weiter aufzulösen, kann das deutsche Handwerk arg treffen. Denn 41 der 92 Gewerbezweige, die im "Gesetz zur Ordnung des Handwerks", kurz Handwerksordnung (HwO), aufgeführt sind, stehen unter dem sogenannten "Meistervorbehalt", d.h. dass ein Handwerksmeister dieses Gewerkes Betriebsleiter sein muss. Der Inhaber benötigt seit der Handwerksrechtsnovelle von 2004 diese Qualifikation nicht. Ebenso gibt es bei der Einstellung von Personen keinerlei Einschränkungen. Die Meisterpflicht für den Betriebsleiter dient faktisch dem Verbraucherschutz, da viele Handwerksleistungen gefahrengeneigt sind. Dies wirkt sich auch positiv auf die Qualität der handwerklichen Produkte und Dienstleistungen aus.

Mitgliederversammlung des ifh Göttingen 2015

Am 19. November 2015 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen e.V statt. Anstelle des verhinderten Präsidenten Voss wurde die Sitzung vom stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Herrn Roman Hannover, Vizepräsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, geleitet. Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Bericht von Professor Dr. Kilian Bizer und von Dr. Klaus Müller über die vergangenen und zukünftigen Aktivitäten im Institut.

Englischsprachige Veröffentlichungsreihe des ifh Göttingen erscheint online

Mit der neuen Veröffentlichungsreihe, den "ifh Working Papers", trägt das ifh Göttingen verstärkt zum internationalen Wissenschaftsdialog bei. Aktuelle Forschungsergebnisse werden als Open-Access-Dokumente in englischer Sprache auf der eigenen Homepage bereitgestellt, bevor sie den langwierigen Peer-Review-Prozess in Fachzeitschriften durchlaufen. Daniel Feser und Petrik Runst eröffnen die Reihe mit einem Beitrag zu den Problemen der Energieberatung im Wohngebäudesektor.

Link zu den ifh Working Papers

Neue Daten des ifh Göttingen zu den Auswirkungen der HWO Reform 2004

In zwei Vorträgen für Versammlungen von Kreishandwerkerschaften präsentierte der Geschäftsführer des ifh Göttingen, Dr. Klaus Müller, aktuelle Untersuchungsergebnisse über die Auswirkungen der 2004 eingeführten Zulassungsfreiheit in vielen Handwerkszweigen. Er wies darauf hin, dass es in den zulassungsfreien Handwerken zweifelsohne einen Gründungsboom gegeben habe, der aber auch durch andere Faktoren (z.B. öffentliche Gründungsförderung, EU-Osterweiterung) stark beeinflusst worden sei. Positive Beschäftigungseffekte im Handwerk durch die HwO Reform konnte das Institut nicht feststellen. Zum Bereich der Aus- und Weiterbildung führte er aus, dass die Meisterzahlen in den B1-Handwerken nach der HWO Reform deutlich zurückgegangen seien. Die Ausbildung in diesen Handwerken wird bislang vor allem von den bereits vor 2004 existierenden Betrieben getragen.

Seminar über Strukturentwicklungen im Handwerk

Das ifh Göttingen hat Ende Oktober in den Räumen der Handwerkskammer Hannover ein Seminar für Berater/-innen der Handwerksorganisationen mit dem Titel "Strukturveränderungen im Handwerk vor dem Hintergrund aktueller Forschungsergebnisse" durchgeführt. Das Seminar stieß auf ein großes Interesse, wie die durchweg positiven Beurteilungen der Teilnehmer zeigten.

Die Volkswirte der deutschen Handwerkskammern plädieren für die Öffnung des Energieberatermarktes

Die Sanierungsrate im Gebäudebestand spiegelt die ambitionierten Effizienz-Ziele der Bundesregierung noch nicht wider. Darum soll der durch die Politik geförderte Energieberatermarkt den Hausbesitzern dabei helfen, kompetente Informationsvermittler zu beauftragen und so eine sachliche Einschätzung des energetischen Zustands ihrer Immobilie zu erhalten. Die Unabhängigkeitsregelung, laut der praktizierende Handwerker keine umfassenden Energieberatungen durchführen dürfen, stellt dabei aber ein Hindernis für die Entwicklung dieses noch jungen Marktes dar.

ifh Göttingen auf diesjährigem G-forum präsent

Vom 8. bis 9. Oktober 2015 hat an der Universität Kassel die 19. Interdisziplinäre Jahreskonferenz zu Entrepreneurship, Innovation und Mittelstand stattgefunden. Das ifh Göttingen war auf dieser Tagung mit einem Vortrag von Dr. Jörg Thomä vertreten. Er sprach zum Thema "Lernprozesse und Innovationsmodus – eine KMU-Perspektive".

Neue wissenschaftliche Mitarbeiterin am ifh Göttingen

Seit dem 5.Oktober 2015 verstärkt Frau Kaja Fredriksen das Team des ifh Göttingen. Sie studierte an der Sorbonne und dem Sciences-Po in Paris und sammelte praktische Erfahrungen am Norwegischen Finanzministerium und der OECD. Am ifh Göttingen wird sie zum Thema Energie- und Umweltfragen im Handwerk arbeiten und promovieren.

ifh Göttingen stellt Forschungsergebnisse des letzten Jahres dem Bund-Länder-Ausschuss vor

Am 30. September und 1. Oktober 2015 fand die 123. Sitzung des Bund-Länder-Ausschusses "Handwerkswirtschaft und Gewerbeförderung" in Magdeburg statt. Auf dieser Sitzung erhielt Dr. Müller, der Geschäftsführer des ifh Göttingen, die Möglichkeit, die aktuellen Forschungsergebnisse des Institutes zu präsentieren. Dr. Müller ging dabei insbesondere auf die beiden Projekte "Strukturentwicklungen im Handwerk" und "Frauen im Handwerk" ein. Er verwies darauf, dass es im Handwerk in den letzten Jahren eine Tendenz zur Polarisierung gegeben habe. Insbesondere die Kleinstunternehmen hätten stark an Bedeutung gewonnen. Dieses Ergebnis zeichne sich zwar grundsätzlich auch für die Gesamtwirtschaft ab, im Handwerk habe es jedoch insbesondere wegen der Novellierung der Handwerksordnung einen viel größeren Stellenwert erhalten. Daneben haben auch die Großunternehmen des Handwerks mit 50 und mehr Beschäftigten in den letzten Jahren erhebliche Umwachszuwächse erzielt.

Dr. Müller als Gastreferent im Düsseldorfer Landtag

In Nordrhein-Westfalen ist in diesem Sommer die Enquetekommission VI "Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW" eingerichtet worden. Auf der dritten Sitzung am 11. September 2015 wurde der Geschäftsführer des ifh Göttingen, Dr. Klaus Müller, als Gastreferent geladen. Dr. Müller berichtete über Strukturentwicklungen im Handwerk. Dabei ging er, soweit Zahlen schon vorlagen, auf die Situation in Nordrhein-Westfalen besonders ein. Er zeigte auf, dass sich im Handwerk in den letzten Jahren eine Polarisierungstendenz abzeichnet. Insbesondere die kleinen Handwerksbetriebe mit einem starken Anstieg der Soloselbstständigen und die großen Handwerksunternehmen gewinnen, während die mittleren Betriebe an Bedeutung verlieren. Dies gilt jedoch nicht für sämtliche Branchen. Vielmehr zeichnen sich hier unterschiedliche Entwicklungen ab, so bspw. die starke Konzentrationstendenz in den Lebensmittelgewerken, was in sehr hohen Umsatzanteilen der handwerklichen Großunternehmen mündet.

Neue Studie zur Zukunft der Gebäude-Energieberatung

Gesetze und Förderangebote für Immobilien ändern sich in Deutschland oft. Entsprechend verunsichert sind Haus- und Wohnungseigentümer - was sie davon abhält, zu investieren und zu sanieren. Das zeigt das neue IW-Gutachten, das im Auftrag der Schwäbisch-Hall-Stiftung "bauen-wohnen-leben" in Kooperation mit dem Zentralverband des deutschen Handwerks und dem Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk entstand. Gebäudebesitzer, so zeigt die Studie, wissen zu wenig über die wirtschaftlichen Vorteile einer Sanierung und die finanziellen Mittel, die der Staat dafür bereitstellt.

Energieberater könnten diese Wissenslücken schließen und Eigentümern helfen, Fördergelder zu akquirieren. Trotzdem lassen sich nur wenige Hausbesitzer beraten. Wahrscheinlich, weil sie sich zwischen den verschiedenen Angeboten kaum zurechtfinden.

Beitrag zur Handwerksforschung des ifh Göttingen zeigt: Großer Befähigungsnachweis sichert den Fachkräftenachwuchs der Wirtschaft

Eine weitgehende Deregulierung des Berufszugangs als Selbstständiger ins Handwerk durch Abschaffung der Meisterpflicht, wie sie von der Europäischen Kommission derzeit geprüft wird, hätte deutlich spürbare Folgen für die deutsche Volkswirtschaft. Wenn der Meisterbrief als Voraussetzung für die Selbstständigkeit in den meisten Handwerksberufen wegfiele, wäre einer­seits ein Gründungsboom, vor allem von Soloselbstständigen, zu erwarten. Andererseits würde sich die Qualität handwerklicher Leistungen schleichend verschlechtern und damit zu höheren Risiken für private Verbraucher und gewerbliche Kunden führen.

ifh Göttingen veröffentlicht neue Studie zu Strukturentwicklungen im Handwerk

Die Studie Bd. 98 "Strukturentwicklungen im Handwerk" zeigt auf, dass das Handwerk trotz Konjunktur- oder Finanzkrisen Zuwächse bei Betriebszahlen, Personal und Umsätzen hat und so seine starke volkswirtschaftliche Rolle behaupten kann

Die Unternehmensgrößen eher klein, die Anzahl und Vielfalt der Berufe mit annähernd 100 recht groß – das Handwerk in Deutschland ist eine schwer zu beschreibende Wirtschaftsgruppe. Die Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges hat jetzt das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) herausgearbeitet:

Prof. Bizer diskutiert im "Wirtschaftsdienst" die heterogene Wirkung der Innovationsförderung

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Wirtschaftsdienst" (6/2015, S. 411-416) ist unter dem Titel "Wirkungen föderaler Strukturen auf die staatliche Innovationsförderung" ein Beitrag von Kilian Bizer (Direktor des ifh Göttingen) und Lasse Becker (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung, Universität Göttingen) erschienen. Die Autoren untersuchen in diesem Beitrag, welche Effekte sich durch föderale Strukturen auf die Vielfalt der geförderten Unternehmen und auf die Effektivität der Förderung ergeben. Sie verdeutlichen, dass semiföderale und föderale Systeme KMU besser erreichen und so Barrieren zur Innovationstätigkeit umfassender als zentralistische Systeme oder nationale Programme reduzieren.

Link zur Zeitschrift

ifh Göttingen erstellt Studie über volkswirtschaftliche Argumente zum Mehrwert von Regulierung

Auf Anregung des ZDH ist in das Forschungs- und Arbeitsprogramm des ifh Göttingen ein neues Projekt zum Mehrwert von Regulierung aufgenommen worden. Ziel der zu erstellenden Studie ist es, die bereits vorliegende internationale Literatur zum Thema Deregulierung zusammenzufassen und zu prüfen, inwieweit sich daraus Argumente für eine mögliche Deregulierung des deutschen Handwerks ableiten lassen. Dabei soll eine kritische Auseinandersetzung mit ökonomischen Grundannahmen bezüglich der Bewertung von Berufsreglementierungen (z.B. Auswirkungen auf die Anbieter- und Preisstruktur) und mit den herangezogenen Indikatoren vorgenommen werden. Im Gegensatz zu einem früheren Gutachten des ifh Göttingen wird auf die HWO-Reform von 2004 nur am Rande eingegangen. Die Studie soll dazu dienen, die Diskussion auf europäischer Ebene im Rahmen der Transparenzinitiative mit fundierten Argumenten zu versachlichen.