Neue Studie zu Einkommenseffekten der Deregulierung der Handwerksordnung 2004

20. Juli 2020

Welchen Effekt auf die Einkommen haben Zugangsregulierungen auf dem Arbeitsmarkt? In der arbeitsmarktökonomischen Forschungsliteratur besteht in dieser Frage kein Konsens, sondern eine Reihe widersprüchlicher Ergebnisse. Die Studie betrachtet den Zusammenhang zwischen Zugangsregulierung und Einkommen am Beispiel der Deregulierung der Handwerksordnung von 2004, mit der die Meisterpflicht als Zugangsvoraussetzung zu bestimmten Handwerksmärkten aufgehoben wurde. Die Deregulierung wird als natürliches Experiment analysiert, bei dem Einkommensdaten des Mikrozensus mit Hilfe eines Difference-in-Difference-Verfahrens analysiert werden. Bisher haben die Studien zu den Einkommenseffekten signifikante, aber kleine Effekte auf die Einkommen von Angestellten in den deregulierten Handwerkszweigen gezeigt.

Die Studie betrachtet die Einkommen von Selbstständigen und findet – entgegen der theoretischen Vorhersage – keine robusten Einkommenseffekte der Deregulierung. Hierfür können eine Reihe von Gründen angeführt werden. Denkbar ist, dass vor der Deregulierung der der Wettbewerb in den betreffenden Handwerkszweigen bereits hoch war, sodass keine Monopolprämien bestanden, die zu höheren Einkommen bei den Bestandsunternehmen führten. Ebenso denkbar ist, dass die nach der Deregulierung entstandenen Unternehmen in anderen Marktsegmenten aktiv sind, sodass sie keine Konkurrenz für die bestehenden Unternehmen darstellten. Insgesamt zeigt die Studie die Kontextabhängigkeit von Einkommenseffekten bei Marktzugangsbeschränkungen, die Pauschalaussagen über deren Wirkung auf dem Arbeitsmarkt erschwert.

Eine Kontaktaufnahme zur Autorin ist unter diesem Link möglich.

Download der Studie

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