Steuert das Handwerk auf eine Nachfolgelücke zu?

3. Mai 2021

Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl der anstehenden Betriebs- und Unternehmensübergaben im Handwerk in den kommenden Jahren steigen, während die Zahl der potenziellen Nachfolger/-innen zurückgeht. Nicht nur werden die geburtenstarken Jahrgänge zunehmend aus dem Erwerbsleben ausscheiden, auch stehen 30 Jahre nach der Wiedervereinigung zahlreiche Handwerksbetriebe in Ostdeutschland vor einer potenziellen Übergabe. Vor diesem Hintergrund sind für die Handwerksorganisationen aktuelle Daten zum Existenzgründungs- und Nachfolgegeschehen erforderlich; die vorliegende ifh-Studie liefert diese Datenbasis.

Die zentralen Ergebnisse sind dabei:

  • In den kommenden fünf Jahren stehen im Handwerk etwa 125.000 Betriebe bzw. rund 78.000 Unternehmen zur Übergabe an.
  • Die Zahl der nachfolgebedingten Übergaben wird bis 2030 schrittweise ansteigen. So sind für das Jahr 2022 rund 24.000 Betriebs- bzw. etwa 15.000 Unternehmensübergaben zu erwarten. Im Jahr 2027 wird sich diese Zahl auf 27.000 bzw. 17.000 übergabeinteressierte Inhaber/-innen erhöht haben.
  • Zentraler Hemmnisfaktor aus Sicht der übergabeinteressierten Altinhaber/-innen sind Schwierigkeiten bei der Nachfolgersuche. Hemmend wirkt z.B. auch, dass Unternehmenswerte gerade im kleinst- und kleinbetrieblichen Bereich häufig schwierig zu ermitteln sind und die Meinungen darüber zwischen Altinhabern und potenziellen Nachfolgern mitunter stark auseinandergehen.
  • Insgesamt ergibt sich eine potenzielle Nachfolgelücke, da unter Fortschreibung der derzeitigen Status-quo-Bedingungen (d.h. unter der Annahme, dass entsprechende Anpassungen, Maßnahmen und Reaktionen ausbleiben) im Projektionszeitraum von einer zu geringen Zahl an Übernahmegründungen auszugehen ist.
  • Folglich bedarf es geeigneter Unterstützungsangebote für übergabeinteressierte Altinhaber/-innen und für potenzielle Nachfolger/-innen zur gezielten Förderung von Übernahmegründungen.

Als inhaltlicher Ansprechpartner zu den Ergebnissen dieser Studie steht Dr. Jörg Thomä zur Verfügung.

Download der Studie

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