Studie des ifh Göttingen zu Mechanismen, Erfolgsfaktoren und Hemmnissen der Digitalisierung im Handwerk erschienen

26. Februar 2020

Die Studienergebnisse in Kürze:

  • Grundlage der Studie ist eine Umfrage unter Beauftragten für Innovation und Technologie sowie Mitarbeitern der regionalen Schaufenster des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk.
  • Die Betriebe haben Interesse an der Digitalisierung von Prozessen und an aktuellen Förderprogrammen sowie an Best-Practice-Beispielen der eigenen Branche.
  • Gründe für die Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen sind v.a. Effizienzsteigerungen und die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben.
  • Anfangsinvestitionen in Prozess-Digitalisierung lösen häufig Folgeinvestitionen aus; dasselbe gilt für finanzielle Förderungen.
  • Zuschussförderungen für Digitalisierungsinvestitionen werden als das effektivste Mittel zur Digitalisierungsförderung eingeschätzt.
  • Zentrale Hemmnisse für Digitalisierungsbemühungen sind die gute Auftragslage, finanzielle Kosten und fehlende Mitarbeiterqualifikationen.
  • Digitalisierungsprojekte scheitern oftmals am Mangel an Zeit, interner Organisation und Mitarbeiterqualifikation.
  • Erfolgsfaktoren sind die Einbindung der Mitarbeiter, finanzielle Förderung sowie die Einbettung der Digitalisierungsmaßnahmen in die Unternehmensstrategie.

Zusammenfassung:

Die Digitalisierung von Handwerksbetrieben und die effektive Förderung dieses Prozesses sind ein wichtiger Baustein für die Erhöhung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Handwerks. Um die zugrundeliegenden Prozesse und Einflussmöglichkeiten zu analysieren, wurde eine Umfrage unter den Beauftragten für Innovation und Technologie (BIT) sowie bei den Mitarbeitern der regionalen Schaufenster des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk (KDH) durchgeführt. Es wurden dabei Fragen zum Einstieg in Digitalisierungsprozesse, zu deren innerbetrieblicher Funktionsweise sowie zu Erfolgsfaktoren / Hemmnissen gestellt.

Im Hinblick auf den Einstieg in Digitalisierungsprozesse zeigt sich, dass Informationsveranstaltungen zu allgemeinen, aber auch spezifischen Themen der Digitalisierung besonders effektive Formate zur Kontaktaufnahme mit Unternehmen sind. Vor allem die Digitalisierung unternehmensinterner Prozesse sowie aktuelle Förderprogramme wecken bei Betrieben das Interesse an Digitalisierungsmaßnahmen. Best-Practice-Beispiele von Vorreiterbetrieben in der eigenen Branche sind für Betriebe wichtig.

Die Funktionsweise des Digitalisierungsprozesses wird von den Befragten wie folgt eingeschätzt: Für die Geschäftsführung der Betriebe sind Effizienzsteigerungen und die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben zentrale Gründe für die Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen. Wenn eine erste Digitalisierungsmaßnahme durchgeführt wurde, führt sie häufig zu weiteren Investitionen in Digitalisierung. Dies ist besonders bei der Digitalisierung unternehmensinterner Prozesse der Fall. Finanzielle Förderung von Digitalisierungsvorhaben löst häufig Folgeinvestitionen in weitere Digitalisierungsschritte aus. Hierbei wird die Zuschussförderung für Investitionen in Digitalisierung als besonders effektives finanzielles Förderinstrument für die Digitalisierung der Betriebe eingeschätzt.

Auf Ebene der Erfolgsfaktoren und Hemmnisse zeigt sich, dass der aktuell fehlende betriebswirtschaftliche Druck, die direkten finanziellen Kosten von Digitalisierungs-maßnahmen und fehlende Mitarbeiterqualifikationen die wichtigsten Hindernisse für den Beginn von Digitalisierungsmaßnahmen sind. Einmal begonnene Digitalisierungs-maßnahmen scheitern am häufigsten an fehlender Zeit zur Implementierung, fehlender interner Organisation zur Umsetzung sowie fehlender Mitarbeiterqualifikation. Erfolgsfaktoren bei Digitalisierungsmaßnahmen sind die Einbindung der Mitarbeiter, die finanzielle Förderung sowie die Einbettung der Digitalisierungsmaßnahmen in die Unternehmensstrategie.

Download der Studie

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