Zuwanderung von Fachkräften aus anderen Wirtschaftsbereichen ins Handwerk (DHI)

Bearbeitung

Dr. Katarzyna Haverkamp

Auftraggeber

Deutsches Handwerksinstitut (DHI)

Projektziele

Um den eigenen Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken, haben sich Handwerksbetriebe über Jahrzehnte auf eigene Ausbildungsaktivitäten verlassen. In der letzten Zeit sinkt die Ausbildungsbetriebsquote im Handwerk. Zugleich steigt der Anteil der im Handwerk tätigen externen Fachkräfte, also derjenigen Personen, die nicht im Handwerk, sondern in anderen Wirtschaftsbereichen qualifiziert wurden. In diesem Projekt wurde  der Frage nachgegangen, ob sektorenübergreifende Rekrutierung eine Erfolg versprechende Alternative zur eigenen Ausbildungsleistung darstellen kann. Hierfür wurden die Ausbildungs- und Einsatzprofile sowie das Einkommen der Handwerksgesellen und der extern rekrutierten Fachkräfte verglichen.

Die Grundlage für diese Untersuchung bildete der Datensatz der Erwerbstätigenbefragung (ETB) 2005/2006. Bei der ETB handelt es sich um eine für Deutschland repräsentative Befragung von 20.000 Erwerbstätigen, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführt wurde. Die im Projekt verwendete Stichprobe umfasste alle in Westdeutschland bzw. nach 1991 im gesamten Bundesgebiet ausgebildeten und derzeit im Handwerk tätigen Personen.

Die Analyse zeigte, dass Mitte der 2000er etwa 30% aller im Handwerk tätigen Personen mit Berufsabschluss ihre Ausbildung außerhalb des Handwerks, überwiegend in Industrie- und Handelsbetrieben absolviert haben. Die externen Fachkräfte bringen mehrheitlich im Handwerk verwertbare Qualifikationen mit und finden in ihrem Ausbildungsberuf statusadäquate Beschäftigung. Die Rekrutierungsprozesse der Handwerksbetriebe am externen Arbeitsmarkt für beruflich Qualifizierte zielen damit in erster Linie nicht auf die Beschaffung des Personals für einfache Anlernarbeiten, sondern auf die Gewinnung von Fachkräften für qualifizierte Tätigkeiten.

Dennoch muss die Strategie der externen Fachkräftebeschaffung aus sektoraler Sicht kritisch beurteilt werden. Ein fach- und statusadäquater betrieblicher Einsatz gelingt insgesamt besser bei Handwerksgesellen als bei externen Fachkräften. Auch muss den sektorenübergreifend gewonnen Fachkräften bei gleicher Qualifikation und bei gleicher Stellung im Betrieb ein um etwa 6-7% höheres Bruttomonatseinkommen geboten werden.

Publikationen im Projekt

Haverkamp, K. (2013). Sektorübergreifende Mobilität: Eine Option der Fachkräftesicherung für das Handwerk? In: Thomä, J. & Bizer, K. (Hrsg.). Fachkräftesicherung im Handwerk.
Göttinger Handwerkswirtschaftliche Studien (Band 90). Duderstadt: Mecke. S. 107-126.

Haverkamp, K. (2014). Intern und extern rekrutierte Fachkräfte im Handwerk: Verwertung beruflicher Qualifikationen und Einkommen im Vergleich. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis 2/2014, S. 51-55.


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