Steuerliche Anreize zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung (DHI)

Bearbeitung

Dr. Ullrich Kornhardt, Dr. Petrik Runst

Auftraggeber

Deutsches Handwerksinstitut (DHI)

Projektziele

Steuerliche Förderung, zusätzlich neben den bisherigen Instrumenten aus KfW-Krediten und ‑Zuschüssen, kann die Energiewende in Deutschland kräftig ankurbeln. Dies zeigt eine aktuelle Studie des volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk (ifh) an der Universität Göttingen. Überdies belegen die Autoren der Studie anhand einer Modellrechnung, dass Minder­einnahmen aus diesen Steuererleichterungen durch Mehreinnahmen und Einsparungseffekte an anderer Stelle um mehr als 880 Mio. Euro überkompensiert würden.

Das ifh Göttingen rückt einen zentralen Punkt der Energiewende wieder in den Fokus der aktuellen Diskussion: Die Verminderung der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent, bis 2050 sogar um 80 Prozent, jeweils gegenüber dem Stand im Jahr 1990. Vor allem mit energetischer Sanierung des Wohngebäudebestands sollen die Reduktionen erzielt werden, denn auf den Gebäudebereich entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen.

Der Bundestagswahl im September 2013 war für die Energiewende eine Zäsur mit Langzeitwirkung: Ein Gesetzentwurf aus dem Jahr 2011, der die steuerliche Förderung der energetischen Gebäude­sanierung ermöglichen sollte, war im Vermittlungsausschuss festgefahren und musste mit Ende der Legislaturperiode ad acta gelegt werden. Die Studie greift die Zielrichtung des Gesetzentwurfs auf und verbindet sie mit Erkenntnissen, wie Steuerförderungen ausgestaltet sein sollten, damit sie einen möglichst hohen Anreiz zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden bewirken.

Die bisherige Förderung habe es nicht vermocht, genügend Modernisierungsanreize zu setzen, stellen die Autoren der Studie fest. Die Sanierungsrate sei weiterhin zu niedrig, um die Einsparungs­ziele der Bundesregierung zu erreichen. Eine steuerliche Förderung könne hier ansetzen und in den meisten Fällen die Amortisationszeiträume von energetischen Sanierungen deutlich verkürzen.

Eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung beurteilt die Studie als eine wirk­same Ergänzung der bestehenden KfW-Förderung, weil sie durch zusätzliche Anreize deutlich attraktiver werde und damit einen größeren Kreis potenzieller Investoren erreiche. Außerdem zeige die Analyse, dass darüber hinaus aus fiskalischer Sicht mit positiven Effekten für die öffentlichen Haushalte sowie die Haushalte der Sozialversicherungsträger zu rechnen sei.

Publikationen im Projekt

Kornhardt, U. (2014). Effekte einer steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden. Göttinger Handwerkswirtschaftliche Arbeitshefte (Heft 74). Duderstadt: Mecke.


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