Vergleich der Gebäude-Energie-Effizienz in Europa (DHI)

Bearbeitung

Dr. Petrik Runst u.a.

Auftraggeber

Deutsches Handwerksinstitut (DHI)

Projektziele

Das langfristig angelegte Forschungsprojekt untersucht die Fortschritte der Energiewende im Bereich der Energieeffizienz in Wohngebäuden. Im Besonderen wird dabei die Rolle von Handwerksunternehmen beleuchtet, welche die Effizienzmaßnahmen nicht nur umsetzen, sondern den Hausbesitzern als Energieberater auch planerisch zur Seite stehen. Das Forschungsprojekt wurde von der Schwäbisch Hall Stiftung finanziert. Das ifh Göttingen bearbeitete das Thema in Kooperation mit dem IW-Köln. Das letzte Teilprojekt wurde im ersten Halbjahr 2017 abgeschlossen.

Ergebnisse

Kann die Gebäudeenergieberatung die Sanierungsrate beschleunigen?

Der Energieverbrauch von Wohnhäusern stellt eine wichtige Zielgröße der deutschen Politik dar, um die CO2-Emissionen langfristig zu senken. Die Förderung von Energie-beratungen ist darauf ausgerichtet, innovatives Wissen unter Hauseigentümern zu verbreiten und potenzielle Informationsasymmetrien im Sanierungsmarkt zu überwinden. Der Erfolg dieser Maßnahmen ist allerdings umstritten. Es wurden 17 Experteninterviews durchgeführt, um zu untersuchen, unter welchen Problemen der Energieberatermarkt leidet. Es zeigt sich, dass dieser Markt von starken Informationsasymmetrien geprägt ist, die die Herausbildung eines Vertrauensverhältnisses erschweren. Auch ist die Zahlungsbereitschaft der Kunden niedrig. Außerdem wurde eine Diskrepanz zwischen den Anreizen der Berater, die vorrangig Energie sparen wollen, und den Kunden, die vor allem Kosten minimieren wollen, identifiziert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Förderung von Energieberatungen ihre Ziele verfehlt. Daher werden die Stärkung von privaten und halböffentlichen Netzwerken (Handwerkskammern) und eine verbesserte Anpassung der Energiepolitik an die Bedürfnisse der Hausbesitzer empfohlen.

Welche anderen Politikinstrumente können die Erreichung der klimapolitischen Ziele begünstigen?

Regulatorische Anforderungen sind ein europaweit häufig gebrauchtes Policy-Instrument, um den Energieverbrauch im Wohngebäudebereich zu reduzieren. Wir führten qualitative Fall-Analysen der Länder mit niedrigem oder sinkendem Energieverbrauch durch und zeigten, dass diese Strategie effektiv sein kann, das gewünschte Ziel zu erreichen. Unsere Ergebnisse bestätigen damit die Erkenntnisse früherer Studien. Da verschiedene Länder mit vergleichbarer Regulationsintensität aber zum Teil unterschiedliche Energieniveaus und Entwicklungstendenzen aufweisen, werden weitere Erklärungsfaktoren benötigt. Es zeigte sich, dass CO2- Besteuerung und Energiesteuern ebenfalls ein effektives Mittel darstellen, um den Energieverbrauch zu senken.


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