Aufbau eines kammerbezogenen Berichtssystems in Form eines Handwerkspanels (MW Thüringen, HWK Erfurt)

Bearbeitung

Dr. Jörg Thomä

Auftraggeber

Wirtschaftsministerium Thüringen, Handwerkskammer Erfurt

Projektziele

Handwerkskammern können ihre Mitgliedsbetriebe besonders dann sinnvoll unterstützen, wenn sie über aktuelle Problemstellungen in ihrer Region Bescheid wissen. Bei der latenten Umfragemüdigkeit vieler Unternehmen bietet sich an, die relevanten Betriebe im direkten Kontakt vom Sinn regelmäßiger Befragungen zu überzeugen. Das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) und das Ludwig-Fröhler-Institut (LFI), München, zwei Forschungseinrichtungen des Deutschen Handwerksinstituts, haben nun die Handwerkskammer Erfurt bei der Errichtung eines fortlaufenden Berichtssystems unterstützt. Im Abschlussbericht zum Projekt hat das Wissenschaftler-Team eine Reihe von methodischen und inhaltlichen Besonderheiten einer jährlichen Panel-Umfrage herausgestellt.

Kern des Handwerkspanels wird demnach ein gemeinsamer Befragungspool von Unternehmen sein, die ihre Bereitschaft zur Teilnahme an regelmäßigen Umfragen zugesagt haben. Der Pool ist außerdem so strukturiert, dass er alle relevanten Gewerbe- und Betriebsgrößengruppen aus den zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Handwerkssektoren abbildet. Um die Belastung der Betriebe zu minimieren, bietet sich an, die Panelbefragung nur einmal pro Jahr in Verbindung mit der Frühjahrskonjunkturumfrage durchzuführen.

Der Fragenkatalog enthält zwei Teile. Ein - jedes Mal zu erhebender - Bereich mit Fragen zum Marktumfeld, zur Wettbewerbssituation oder zum Investitions- und Finanzierungsverhalten der Unternehmen soll langfristige Entwicklungstendenzen sichtbar machen. Der zweite Komplex, dreijährig wechselnd abgefragt, vertieft strukturelle Themen, etwa zum Bereich Bildung/Qualifizierung, Betriebsübergabe/Nachfolge oder Innovationen/F&E. Daraus lassen sich Rückschlüsse für das Bildungsangebot oder Schwerpunkte der Betriebsberatung ableiten. In der internen Diskussion bieten die Ergebnisse eine Grundlage für die passgenaue Weiterentwicklung der Dienstleistungsangebote der Handwerkskammer. Die ausgewerteten Panelergebnisse lassen sich auch für die Öffentlichkeitsarbeit des Handwerks nutzen, um bei externen Partnern wie Kommunen, Politik oder Medien das Verständnis für den Wirtschaftszweig Handwerk zu verbessern.

Die Vorteile eines strukturierten, regelmäßigen Berichtswesens über ein Panelsystem seien nur solange nutzbar, wie genügend Betriebe bereit sind, die Umfragen zu beantworten, betont das Projektteam im Abschlussbericht. Damit keine Umfragemüdigkeit aufkommt, sei eine online-basierte Lösung zum Ausfüllen der Fragekomplexe einem postalisch oder per Fax zu schickenden Fragebogen vorzuziehen. Damit die Stichprobenerhebung, die die Handwerkskammer Erfurt für ihr Berichtssystem einführt, dauerhaft als repräsentativ gelten kann, müssten für den Fall, dass Betriebe aus dem Panelpool ausscheiden, möglichst unverzüglich adäquate Nachfolgeunternehmen aufgenommen werden.


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