Handwerk und Cluster in Baden-Württemberg (Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, BWHT)

Bearbeitung

Dr. Klaus Müller, Stephanie Lehmann

Auftraggeber

Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.

Projektziele

Das itb Karlsruhe und das ifh Göttingen veröffentlichen die neue Studie Bd. 93 "Nutzung von Clusterpotenzialen für das Handwerk"

In den letzten Jahren hat die öffentliche Förderung des Auf- und Ausbaus eines Cluster­managements zur Einrichtung, Steuerung und Koordinierung von Clusterinitiativen als wichtiges Instrument der regio­nalen Wirtschaftspolitik und als Innovationstreiber stark an Bedeutung gewonnen. Trotz weitgehender Offenheit für alle regionalen Akteure und intensiven Bemühungen zur Erhöhung des regionalen Bekanntheitsgrades sind jedoch diese Initiativen sowie deren Potenziale nicht allen Unternehmen bekannt.

Zusätzlich gibt es Vorbehalte: Insbesondere innovative Handwerksbetriebe sind erst selten vertreten und nur schwer für eine Beteiligung zu gewinnen. Eine Mitarbeit in Clusterinitiativen könnte jedoch insbesondere für innovative und international agierende Handwerksbetriebe sinnvoll und gewinnbringend sein.

Wie sich der Nutzen von Clustern für Handwerksbetriebe konkret beschreiben lässt und welcher Nutzen sich für die Clusterinitiativen durch die Beteiligung von Handwerksbetrieben ergibt, war eine der zentralen Fragestellungen der vom Baden-Württembergischen Handwerkskammertag sowie dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg beauftragten Untersuchung. Die Durchführung des Projektes erfolgte vom Karlsruher Institut für Technik der Betriebsführung (itb Karlsruhe) in Zusammenarbeit mit dem ifh Göttingen.

Die Untersuchung fand gemäß der Vorgabe der Auftraggeber exemplarisch an drei Fallstudien von Clusterinitiativen aus den Bereichen Automotive, Energie und Umwelt sowie Medizintechnik statt. Die Analyse der Fallstudien erfolgte mittels Literatur- und Internetrecherche, Expertengesprächen mit Handwerksvertretern und Clustermanagern und Interviews mit Handwerksbetrieben. Folgende Themen wurden untersucht:

  • Clustervorteile für KMU
  • Nutzen von Clustern für Handwerksbetriebe und Nutzen von Handwerksbetrieben für Cluster­initiativen
  • Funktionen, die Handwerksbetriebe in Clusterinitiativen einnehmen (können) und mögliche Beiträge zu Clusterinitiativen
  • Gründe für die bisherige Zurückhaltung von Handwerksbetrieben hinsichtlich der Beteiligung an Clusterinitiativen
  • Erwartungen und Ziele von Handwerksbetrieben bezüglich einer Beteiligung an Clusterinitia­tiven

Die Untersuchung macht deutlich, dass das Handwerk bislang von den Clustermanagern zu wenig bzw. gar nicht beachtet wird. Umgekehrt wird aber auch die Bedeutung von Clustern in den Handwerksorganisationen nicht durchgängig erkannt. Als Folge ist der Austausch zwischen Cluster­managern und Handwerksvertretern gering. In den konkret untersuchten Clusterinitiativen finden so gut wie kaum gemeinsame Aktivitäten statt.

Handwerksbetrieben sind die Clusterinitiativen gar nicht oder kaum bekannt, obwohl ein prinzipielles Interesse an diesen vorhanden ist. Vielfach wird auch der Mehrwert, den eine Clusterbeteiligung über die Mitwirkung in den bestehenden Vernetzungen der Handwerksorganisationen (Innungen, Kreishandwerkerschaften etc.) hinaus bietet, nicht gesehen. Die Handwerksbetriebe äußern sich daher zurückhaltend gegenüber einer Beteiligung und müssen erst noch vom Nutzen überzeugt werden.

Auf der Basis dieses Befundes werden in der Studie folgende Handlungsfelder abgeleitet:

  • Verbesserung der Kenntnisse über Handwerksorganisationen und –strukturen in den Clusterinitiativen einerseits und der strategischen Bedeutung von Clusterinitiativen in den Handwerksbetrieben andererseits
  • Verbesserung der handwerksspezifischen Ansprache durch die Clustermanager in den Themenfeldern Technologietransfer, Innovation, Fachkräfte und Außenwirtschaft, dadurch Erhöhung der Nutzenwahrnehmung bei den Handwerksbetrieben
  • Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit der Clustermanager für die Zielgruppe Handwerk und Kleinbetriebe
  • strategische Ausrichtung der Clusterinitiativen auf die Zielgruppe Handwerk und Kleinbetriebe und Verbesserung der Wahrnehmung der strategischen Bedeutung von Clusterinitiativen bei den Handwerksorganisationen

In diesen Handlungsfeldern gibt die Studie zielgruppenspezifisch eine Vielzahl von konkreten Handlungsempfehlungen, wobei verschiedene Zielgruppen (Clustermanager, Handwerksorgani­sationen, Handwerksbetriebe und Politik) angesprochen werden. Die Empfehlungen reichen dabei von operativen und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen bis hin zu strategisch und längerfristig zu realisierenden Vorschlägen. Darüber hinaus wurden drei Veranstaltungskonzepte konkreter ausgearbeitet und Argumentationshilfen sowohl für Clustermanager/-innen als auch für Interessenvertretungen von Handwerks- und Kleinbetrieben erarbeitet.

Publikationen im Projekt

Strina, G., Lehmann, S., Heinen, E., Müller, K. & Harms, D. (2013). Nutzung von Clusterpotenzialen für das Handwerk. Göttinger Handwerkswirtschaftliche Studien (Band 93). Duderstadt: Mecke.


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