Das Handwerk im Zeichen der Globalisierung

Seminar für Handwerkswesen (Hrsg.) (2000). Das Handwerk im Zeichen der Globalisierung. Kontaktstudium Wirtschaftswissenschaft 1999. Duderstadt.

Seit einigen Jahren wird die wirtschaftspolitische Diskussion in entscheidendem Maße von der Globalisierung geprägt. Auch im deutschen Handwerk wächst das Bewusstsein hinsichtlich der Bedeutung der Globalisierungstendenzen, wobei man sich weitgehend einig ist, dass das Handwerk sicher kein Akteur der Globalisierung in dem Sinne ist, dass durch seine Aktivitäten der Globalisierungsprozess vorangetrieben wird. Auch dürften die unmittelbaren Wirkungen der Globalisierung für diesen Wirtschaftsbereich recht gering ausfallen. Aber dennoch ist auch das Handwerk betroffen, denn durch die Globalisierung werden so viele Prozesse bzw. Strukturveränderungen ausgelöst, dass auch wohnortnahe Märkte, wo das Handwerk überwiegend zu Hause ist, massive Veränderungen erfahren bzw. teilweise völlig neu strukturiert werden. Scheinbar sicher geglaubte Marktpositionen des Handwerks können dadurch in Frage gestellt werden.

Um hierüber ausführlich zu informieren, stellte das SfH Göttingen das Wirtschaftswissenschaftliche Seminar 1999 unter das Thema der Globalisierung. Für die Veranstaltung in Hamburg konnten qualifizierte Referenten gewonnen werden, die verschiedene Aspekte dieses Phänomens näher beleuchteten. Die überarbeiteten Beiträge der Referenten bilden den Inhalt der vorliegenden Veröffentlichung:

  • Einführung in die Wirkungsanalyse der Globalisierung
  • Stellung der deutschen Wirtschaft im internationalen Standortwettbewerb
  • Anpassungsstrategien der mittelständischen Wirtschaft auf die Globalisierung am Beispiel des Maschinenbaus
  • Das Engagement des deutschen Handwerks im Ausland
  • Global Business – eine Möglichkeit für Handwerksbetriebe?
  • Die Bedeutung des Electronic Commerce für das Handwerk
  • Neue Märkte für das Handwerk durch Outsourcing?
  • Erfolgsfaktoren für handwerkliche Zulieferer
  • Auswirkungen der Globalisierung auf das deutsche Handwerk
  • Antwort des Handwerks auf die Globalisierung: Handwerk als Träger nachhaltiger Entwicklung

Die Ergebnisse der Veröffentlichung lassen sich zusammenfassen, dass auch in den Zeiten der Globalisierung das Handwerk weiter ein Wirtschaftsbereich bleibt, dessen Produkte und Leistungen überwiegend auf einem wohnortnahen Markt ihre Kunden finden. Die handwerklichen Umsätze, die im überregionalen oder internationalen Rahmen erzielt werden, dürften zwar längerfristig an Bedeutung gewinnen, im handwerklichen Gesamtkontext wird ihr Gewicht jedoch begrenzt bleiben.

Hieraus darf nicht der Schluss gezogen werden, dass das deutsche Handwerk vom Globalisierungsgeschehen unberührt bleibt. Durch die durch die Globalisierung induzierten Strukturveränderungen sowie durch die verschiedenen Triebkräfte der Globalisierung werden Wertschöpfungsketten neu positioniert, Wettbewerbsverhältnisse auf den heimischen Märkten intensiviert und Nachfragestrukturen verändert. Für das Handwerk bedeutet dies vor allem, dass die Konkurrenz auf den angestammten Märkten härter wird, indem ausländische Anbieter oder Großbetriebe hier zunehmend Fuß fassen. Angesichts dieser Bedrängung können die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien dem Handwerk Chancen bieten, sich gegenüber den größeren Unternehmungen zu behaupten. Aber auch hier ist zu beachten, dass durch diese Technologien teilweise regionale Märkte aufgehoben werden, was zu einer zusätzlichen Konkurrenz für das Handwerk führt.

Insgesamt dürften folgende Strategien für das Handwerk bedeutsam sein, um sich angesichts der Veränderungen in den nächsten Jahren zu behaupten:

  • Bildung von Kooperationen,
  • Erhöhung des Dienstleistungsgehaltes der Produktion,
  • Qualifizierung von Inhabern und Mitarbeitern,
  • Outsourcing von eigenen Leistungen,
  • Erfolge im Produkterneuerungswettbewerb.

Werden diese Strategien erfolgreich umgesetzt, dürfte das Handwerk auch in Zeiten der Globalisierung seine Stellung auf den Märkten verteidigen, teilweise sogar ausbauen können.



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