Intelligente Energienutzung am Beispiel von Smart Metering - eine akteurbasierte Analyse

Brüggemann, J., Bizer, K. & Kornhardt, U. (2014). Intelligente Energienutzung am Beispiel von Smart Metering - eine akteurbasierte Analyse. Göttinger Handwerkswirtschaftliche Arbeitshefte (Heft 76). Duderstadt: Mecke.

Die gesetzgeberischen Maßnahmen der Bundesregierung, zur Erreichung der angestrebten Klimaziele den Energieverbrauch zu drosseln, fruchten bisher zu wenig. Trotz Energieeinsparverordnung (EnEV), Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und speziellen KfW - Förderprogrammen gibt es besonders in der energetischen Gebäudesanierung erhebliche Verzögerungen auf dem Weg zu höherer Energieeffizienz. Eine Studie des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) weist jetzt am Beispiel des Einsatzes von intelligenten Stromverbrauchszählern, dem sogenannten Smart Metering, nach, dass kaum jemand der Beteiligten, ob Stromkunde, Elektrizitätswerk oder Netzbetreiber, und nicht einmal die Handwerke, die diese modernen Techniken installieren, den Umstieg voller Elan mitträgt.

Das ifh Göttingen ermittelte, dass die ablehnende Haltung der meisten Akteure von eigennützigen Präferenzen bestimmt wird. Letztlich werde zwischen dem abstrakten gesamtgesellschaftlichen Ziel des reduzierten Treibhausgasausstoßes und dem konkreten wirtschaftlichen Vorteil steigender Energieeffizienz abgewogen: Für die Umrüstung auf Smart Metering sind Investitionen nötig, deren Kosten zu hoch und damit im Einzelfall nicht sinnvoll erscheinen. Bei der Einschätzung spielen auch mangelnde Kenntnis über den Nutzen der Technologie oder Vorbehalte bezüglich der Sicherheit persönlicher Daten eine wichtige Rolle.

Am Beispiel des Smart Metering werde deutlich, so die ifh-Analyse, wie schwierig es in der Praxis sei, eine intelligente Energienutzung mittels neuer Technologien zu implementieren. Sollen die klimapolitischen Ziele erreicht werden und die Energiewende gelingen, sei jedoch eine intelligente Energienutzung der Verbraucher in wesentlich stärkerem Maße als bisher notwendig. Dem stünden häufig mangelnde oder nicht vorhandene Anreize seitens der Politik entgegen. Um entsprechende Verhaltensänderungen bzw. -anpassungen der relevanten Akteure herbeizuführen, müssten die Rahmenbedingungen gezielt verbessert werden, lautet das Resümee der ifh-Autoren.

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