Handwerkspanel - Laufende Beobachtung der Handwerkswirtschaft (DHI-Kooperationsprojekt)

Greilinger, A., Müller, K., Thomä, J., Runst, P. & Zehe, A. (2015). Handwerkspanel - Laufende Beobachtung der Handwerkswirtschaft (DHI-Kooperationsprojekt). Göttingen und München.

Dem Handwerk fehlen verlässliche Daten. Nicht nur in der amtlichen Statistik, auch in umfangreichen empirischen Erhebungen wie dem IAB-Betriebspanel, dem Mikrozensus oder dem Sozioökonomischen Panel sind valide Informationen über Handwerksunternehmen und die dort tätigen Personen Mangelware. Diese unbefriedigende Datenlage trägt dazu bei, dass das Handwerk in der wirtschaftspolitischen Diskussion häufig keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt. Gleichzeitig fällt es schwer, die konkreten Wirkungen der Handwerksordnung wissenschaftlich zu untersuchen. Vorstößen wie aktuell den der Europäischen Kommission, welcher die Lockerung der Berufszugänge fordert, lässt sich in der Folge kaum etwas entgegensetzen.

Als Lösungsweg skizziert die gemeinsam vom LFI München und ifh Göttingen erstellte Konzeptstudie den Aufbau und den Ablauf eines Handwerkspanels. Konkret ist damit eine repräsentative Wiederholungsbefragung einer großen Zahl von Handwerksunternehmen gemeint, wobei der inhaltliche Schwerpunkt auf betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekten liegen soll. Das Paneldesign eröffnet den grundsätzlichen Vorteil, dass sich bestimmte Entwicklungen in der Handwerkswirtschaft über einen längeren Zeitraum hinweg wissenschaftlich valide untersuchen ließen. Entsprechende Erkenntnisse würden daher weit über das hinausgehen, was bereits aus den Konjunkturerhebungen und Sondererhebungen der Handwerkskammern bzw. des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) gewonnen werden kann. Um die nötigen Schritte zur Erreichung dieses Ziels aufzuzeigen, behandelt das Konzept methodische Fragen hinsichtlich der Grundgesamtheit, der Stichprobe und des Gewichtungsverfahrens sowie der Erhebungsart. Mögliche Fragebogeninhalte, die organisatorische Durchführbarkeit und die zu erwartenden Kosten bilden weitere Themenschwerpunkte.

Im Ergebnis zeigt sich das vielversprechende Potenzial, das die Verfügbarkeit eines Handwerkspanels sowohl für Handwerksforscherinnen und -forscher als auch für die Handwerksorganisation mit sich bringen würde. Gleichwohl macht das vorliegende Konzept deutlich, dass damit nur ein erster Meilenstein erreicht ist. Damit es tatsächlich zur Umsetzung kommt, ist neben der Kooperationsbereitschaft der Handwerkskammern nicht zuletzt die Frage der Finanzierbarkeit zu klären.

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Als inhaltlicher Ansprechpartner zu den Ergebnissen dieser Studie steht
Dr. Jörg Thomä zur Verfügung.



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