Interaktives Lernen oder FuE: Wie bringen kleine und mittlere Unternehmen Innovationen hervor?

Thomä, J. & Zimmermann, V. (2019). Interaktives Lernen oder FuE: Wie bringen kleine und mittlere Unternehmen Innovationen hervor?. KfW Research, Fokus Volkswirtschaft, Nr. 264. Frankfurt am Main.

Über die Art und Weise, wie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre Innovationen hervorbringen, ist vergleichsweise wenig bekannt. Eine Untersuchung in Zusammenarbeit mit dem ifh Göttingen zeigt, dass sich unter den KMU hinsichtlich der Vorgehensweise beim Hervorbringen von Innovationen drei Typen von Innovatoren unterscheiden lassen.

Die erste Gruppe von Innovatoren nutzt für ihre Innovationstätigkeit in einem starken Maß branchenspezifisches Anwendungswissen. Eigene Forschung und Entwicklung (FuE) spielt dagegen kaum eine Rolle. Diese Unternehmen wenden vergleichsweise niedrige Anstrengungen für Innovationen auf. Dies gilt monetär – aber auch in Bezug auf die innovationsrelevanten Interaktionen im Unternehmen und zum Unternehmensumfeld. Wesentliche Innovationsimpulse stammen von Zulieferern, Messen und aus der Fachpresse.

Die zweite Gruppe an kleinen und mittleren Innovatoren zeichnet sich durch hohe Innovationsanstrengungen aus, die aber nur zu einem kleinen Anteil aus FuE bestehen. Dafür nutzen diese Innovatoren vor allem den Absatzmarkt als Quelle für Innovationen. Außerdem lernen diese Unternehmen durch vielfältige innerbetriebliche Interaktionen und eine ausgeprägte Fehlerkultur im Unternehmen.

Die dritte Gruppe von Innovatoren stützt ihre Innovationen wesentlich auf eigene FuE und wissenschaftliche Erkenntnisse. Hinzu kommen Informationen aus dem Unternehmensumfeld, ein intensiver innerbetrieblicher Austausch, eine ausgeprägte Fehlerkultur sowie der Einsatz von Managementpraktiken zur Stimulierung der Innovationstätigkeit.

Diese Heterogenität gilt es bei wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu berücksichtigen. Denn insbesondere Unternehmen, die bislang nur geringe FuE-Kompetenzen aufweisen, dürften von einer FuE-Förderung nur wenig profitieren. Diese Unternehmen benötigen eher Unterstützung bei der Verbesserung ihrer Fähigkeiten, neue Technologien in ihr Unternehmen zu integrieren, anstatt neue wissenschaftlich-technische Erkenntnisse selbst zu generieren. Anknüpfungspunkte hierfür dürften die Verbesserung der Aufnahmefähigkeit von externem Wissen, die Intensivierung der innerbetrieblichen Zusammenarbeit, der Aufbau einer innovationsförderlichen Fehlerkultur im Unternehmen und die Ausweitung von innovationsstimulierenden Managementpraktiken bieten.

Eine Kontaktaufnahme zu Dr. Jörg Thomä ist unter diesem Link möglich.

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