Empirische Hinweise zum Gründungs- und Übergabegeschehen im Handwerk

Runst, P. & Thomä, J. (2021). Empirische Hinweise zum Gründungs- und Übergabegeschehen im Handwerk. Selbständigkeit im Handwerk. Potenziale, Herausforderungen, Lösungsansätze. Ludwig-Fröhler-Institut, München, 19-53.

Nach der ZDH-Betriebsstatistik werden im Handwerk pro Jahr etwa 85.000 Betriebe neu gegründet oder übernommen. Aufgrund der oft guten Inhaberqualifikation gelten junge Handwerksunternehmen als vergleichsweise stabil und bestandsfest, womit in der handwerkspolitischen Diskussion die Hoffnung auf besonders positive volkswirtschaftliche Effekte verbunden wird (Müller, 2014). Angesichts der demografischen Entwicklung ist jedoch zu erwarten, dass im Handwerk die Zahl der Existenzgründungen aufgrund des weniger werdenden Gründernachwuchses in Zukunft zurückgehen wird. Die Politik ist daher auf fundierte Informationen zum Gründungs- und Übergabegeschehen angewiesen, damit handwerkliche Existenzgründungen und Unternehmensnachfolgen zielgerichtet gefördert werden können (Zentralverband des Deutschen Handwerks, 2019).

Der vorliegende Beitrag liefert verschiedene Hinweise zu Existenzgründungen und anstehenden Unternehmensübergaben im Handwerk. Zunächst wird auf Basis verschiedener Datenquellen eine Reihe von empirischen Mustern zur handwerklichen Gründungstätigkeit zusammengetragen. Des Weiteren geht der Beitrag der Frage nach, welche zentralen Ansatzpunkte es zur Anregung von Gründungen in einer Volkswirtschaft gibt. Auf Grundlage einer Literaturanalyse werden Länder verglichen, welche unterschiedliche Gründungsraten aufweisen, obwohl sie hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vergleichsweise ähnlich zueinander sind. Wir sichten die nationale und internationale Forschungsliteratur, um zu verstehen, welche Faktoren für die relativ niedrigen Gründungsraten in Deutschland verantwortlich sein können.

Zu guter Letzt widmet sich der folgende Beitrag den anstehenden Unternehmensübergaben im Handwerk, welche in Form von potenziellen Übernahmegründungen einen zunehmend wichtiger werdenden Teilbereich des handwerklichen Gründungsgeschehens ausmachen. Die Daten der jüngsten Sonderumfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) zum Thema „Betriebsnachfolge im Handwerk“ (ZDH-Nachfolgebefragung 2020) werden in diesem Zusammenhang analysiert, um die Anzahl der in der näheren 21 Zukunft zur Übergabe anstehenden Handwerksunternehmen als wichtige Kenngröße der aktuellen handwerkspolitischen Diskussion abzuschätzen.

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Als inhaltlicher Ansprechpartner zu den Ergebnissen dieser Studie steht
Dr. Jörg Thomä zur Verfügung.



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