Unternehmersein im Handwerk – Eine Frage der Persönlichkeit?

Runst, P. & Thomä, J. (2022). Unternehmersein im Handwerk – Eine Frage der Persönlichkeit?. ifh Forschungsbericht Nr. 2. Göttingen.

Bestimmte Persönlichkeitseigenschaften (Extraversion, Offenheit für Neues, Risikotoleranz und Selbstwirksamkeitsüberzeugung) wirken im Handwerk wie im Nicht-Handwerk positiv auf die Wahrscheinlichkeit, beruflich selbstständig zu sein.

Im Handwerk fallen die Effekte von Extraversion und Selbstwirksamkeit deutlich größer aus, wohingegen eine Risikobereitschaft im Nicht-Handwerksbereich stärker auf das Unternehmertum einwirkt. Dies erklärt sich durch die typischen Merkmale des handwerklichen Unternehmertums. Die Motivation zur Selbstständigkeit ist eher durch den Wunsch nach persönlicher Autonomie und Selbstbestimmung und weniger durch den Wunsch nach Wachstum bestimmt. Gleichzeitig sind Handwerksbetriebe zur Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit in besonderem Maße auf interaktives Lernen und externes Wissen angewiesen, weshalb größere Extraversion gerade für das Unternehmertum im Handwerk ein wichtiger Treiber ist.

Die Herausbildung einer handwerklichen Könnerschaft mit der damit einhergehenden Genauigkeit, Qualität und Sorgfalt des Tuns gehört zu den typischen Erfolgsgaranten des handwerklichen Unternehmertums. Die Persönlichkeitseigenschaft Gewissenhaftigkeit zeigt nur im Handwerk einen signifikanten Effekt auf die Wahrscheinlichkeit einer Selbstständigkeit.

Download der Studie

Als inhaltlicher Ansprechpartner zu den Ergebnissen dieser Studie steht
Dr. Jörg Thomä zur Verfügung.



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